die klostertage sind vorbei. genau genommen ist tushita kein kloster, wenn auch moenche und nonnen dort leben. es nennt sich "meditationszentrum". soviel zur begrifflichkeit.
ich bin jetzt wieder in delhi, sitze bei "meinem" internetmann und fuehle mich beinahe zu hause.
was ich in den letzten zehn tagen gemacht habe: ich habe mir jeden tag dreieinhalb stunden ausgezeichneten vortrag ueber buddhismus angehoert (mit der moeglichkeit, fragen zu stellen).
der lehrer war australier, hatte aber einen schwedischen nachnamen.
in diskussionsgruppen habe ich mit fuenf anderen ueber fragen diskutiert wie:
Is there anything in our life that can give us lasting happiness?
Does the concept of karma seem plausible?
How would we best prepare for death?
Discuss the six perfections.
How would the understanding of emptiness affect our experience of meeting an irritating person?
Is it bad to want ourselves happy?
usw.
die fuenf anderen personen meiner diskussionsgruppe sind mir im lauf der tage ziemlich ans herz gewachsen (ein ire, ein inder, eine amerikanerin, eine argentinierin, ein deutscher und ich).
ich habe in angeleiteten meditationen meditiert ueber:
anger
death
attachment
loving kindness
impermanence
human perfection
usw.
die meditationen wurden von einer nonne geleitet, die auch aus australien kam.
ich teilte das zimmer mit einer hollaenderin und einer 19-jaehrigen highschool-absolventin aus amerika, die mit einer gruppe hier war, die alle ungefaehr das gleiche alter hatten und von der kraft der stille noch nicht viel begriffen hatten, da sie in allen pausen sofort anfingen, zu wispern, zu kichern, sich in zeichensprache zu unterhalten usw.
ausserdem habe ich einen einblick in die sucht der amerikanischen jugendlichen erhalten, ueberall "like" einzufuegen, auch wenn es sich um tatsachen handelt, also z.b.:
he was, like, there.
it, like, rained.
apropos regen. die ersten tage waren von unaufhoerlichen regenguessen gepraegt. die temperatur sank ziemlich tief nach unten, und in den naechten schlief ich unter sechs decken.
trotz dauerregen und richtigen wolkenbruechen herrschte in tushita wassermangel.
aus manchen wasserhaehnen kam gar kein wasser.
wenn man auf dem klo war, sollte man nur nachspuelen, wenn man sein "grosses geschaeft" erledigt hatte, und auch dann mit regenwasser, das in grossen tonnen bereitstand.
jeder kursteilnehmer musste sich in eine duschliste eintragen. jeden dritten tag stand einem eine dusche zu.
in der restlichen zeit konnte man sich nicht einmal waschen.
und so sahen die drei duschen aus, die ich in tushita nehmen durfte:
dusche 1: abends um 20:30 in bibbernder kaelte.
eine dusche ist natuerlich kein geschlossener raum, wo aus einem duschkopf heisses wasser rauskommt, sondern ein luftiger verschlag, und das wasser mischt man in einem eimer und kippt es sich dann ueber den kopf.
dusche 2: mittags um 12:30, was ich genial fand, zumal es an dem tag nicht regnete, sondern sogar die sonne schien und angenehme temperaturen herrschten.
leider duschte vor mir eine frau voellig ausser der reihe, und nicht nur das, sondern sie duschte richtig lang (in meine zeit hinein) und verbrauchte fast alles heisse wasser, so dass fuer mich nur noch wenig uebrig blieb.
dusche 3: morgens um 6:00, was ich auch genial fand, weil ich dachte, dann hat niemand die moeglichkeit, vor mir das ganze heisse wasser zu verbrauchen. um 5:00 lag ich schon wach im bett und bereitete mich auf den grossen augenblick vor.
als ich dann in der dusche war, kam aus dem heisswasserhahn ueberhaupt kein wasser. also wurde es eine kalte dusche. die haare wusch ich mir spaeter am tag mit wasser aus der regentonne, das so kalt war, dass ich zwischendurch immer wieder kurz pause machen musste.
meine arbeitsaufgabe war:
klo putzen.
was an sich nicht so schlimm war, da wir zu dritt drei toiletten teilten und die arbeit in einer viertelstunde erledigt ist.
bloss, wenn man mit anderen eine solche arbeit teilt (und nicht redet), dann ist das immer eine ziemlich interessante sache.
die eine frau fand nach ein paar tagen, dass es ihre aufgabe war, das regenwasser nachzufuellen, das waschbecken (mit dem wischlappen) auszuwischen und das klopapier aus den abfalleimern in die muelltonne zu kippen, waehrend das putzen der drei toiletten und das wischen des bodens uns beiden anderen zufiel.
mit anderen worten, ich bekam also ziemlich viel gelegenheit, mit meiner wut und irritation zu arbeiten.
jetzt hat der internetmann irgendeine fuerchterliche musik aufgedreht, und ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren und werde gleich schluss machen.
aber eine sache noch: gestern kam der spirituelle leiter des meditationszentrums, Lama Zopa, zu einem besuch und hielt einen dreistuendigen vortrag.
als ich am nachmittag auscheckte (frueher als die anderen, weil ich ja wegen meines flugs zurueck nach delhi musste), sagte die managerin des meditationszentrums zu mir:
what an end for your journey.
ich: was?
sie sagte: was fuer ein ende fuer deine reise. dass du am letzten tag noch den lama erlebst. du musst irgendwas richtig gemacht haben.
das war natuerlich im karma-zusammenhang gedacht.
als alle leute aufgereiht dastanden, viele anhaenger des tibetischen buddhismus mit weissen seidenschals in den haenden (sie waren extra herbeigeeilt, um den lama zu sehen), sagte der mann neben mir: willst du auch einen schal? ich habe noch einen.
er gab mir also einen weissen seidenschal, den er aus seinem rucksack kramte.
wie die anderen hielt ich den schal hoch, als der lama vorueberging.
jetzt habe ich einen gesegneten weissen schal in meinem gepaeck.
das ist wirklich ein schoener abschluss meiner reise.
ich habe aber noch viel zu erzaehlen. ich werde also heute noch einmal ein internetcafe aufsuchen. bis dann.
Posts mit dem Label Karma werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Karma werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 2. April 2009
Montag, 9. März 2009
child sleeping pose
es ist jetzt bei mir neun vor neun am abend, und ich sitze in einem internetladen mit blick auf den ganges.
mein tagesprogramm habe ich bereits hinter mich gebracht. um zehn uhr wird der ashram geschlossen.
morgens yoga, dann fruestueck (heute im Tip Top Cafe), mit einer hindustan times, die ich einem fliegenden zeitungsverkaeufer abgekauft hatte. ich ass porridge mit fruechten und nuessen und trank schwarzen tee dazu.
dann erster besuch im internet, um meine mail abzurufen und zu sehen, dass ich einen platz in dem zehntaegigen kurs "einfuehrung in den buddhismus" im tibetischen kloster tushita in dharamsala bekommen habe, fuer den ich mich angemeldet habe.
dann besuch im "little buddha cafe", wo ich einen milchkaffee trank und dann ein vegetarisches sandwich mit omelette ass und postkarten schrieb.
ich gab meine waesche in einer kleinen waescherei ab. an der theke war niemand zu sehen, also rief ich und wurde dann von einer inderin, die in einem hinter der waescherei befindlichen raum auf einem bett lag und zu muede war, um aufzustehen, hineingewunken.
(eine waescherei besteht aus einer waschmaschine und einem brett zum buegeln in einer bretterbude)
sie stellte meine tuete zu den anderen tueten und sagte im liegen zu mir, dass ich die waesche morgen frueh abholen kann.
dann ging ich ein paar karmaschichten abwaschen.
ich traf meine franzoesin wieder, die jeden tag dort ist, und auch eine italienerin aus rom, die ebenfalls gestern da war.
die beiden frauen unterhielten sich (die eine sprach englisch, die andere franzoesisch) ueber die energie von rishikesh und ueber verschiedene ashrams und gurus und warfen mit namen um sich, die ich nie gehoert hatte, so dass ich immer wieder sagen musste, weiss ich nicht, kenn ich nicht, hab ich nie was von gehoert...
heute bin ich sechs mal im ganges untergetaucht und habe die franzoesin, die mich gleich wieder mit unglaublichen geschichten ueberfiel, gebeten, ein paar fotos zum beweis zu machen.
nach einem kurzen antrocknen der kleider ging ich weiter stadtauswaerts, eigentlich ohne ein besonderes ziel.
ich kam an einen kleinen tempel, stellte meine schuhe davor ab, ging hinein, sah einen orangen gott mit buntem kleid, von dem ich noch gar nichts wusste, ging wieder hinaus, zog meine schuhe wieder an.
der tempelwaechter rief nach mir. ob ich ein paar dinge ueber die tempel-etikette wissen wollte.
ok.
er zeigte mir, dass man die schuhe schon vor dem tor abstellt, nicht erst vor dem eingang in den tempel.
dann sagte er mir den namen des gottes, den ich schon wieder vergessen habe. es ist der adler, auf dem krishna (?) reitet, ich wusste nicht, dass ihm eigene tempel gewidmet sind, und ausserdem sah die orangefarbene figur ueberhaupt nicht aus wie ein adler, dazu war die nase zu klein und zu flach.
dann, sagte der tempelwaechter, nimmt man von dem heiligen roten pulver einen finger voll und tut es sich auf die stirn (auf das dritte auge). er machte das fuer mich.
dann nimmt man aus einer plastiktuete, die auf einer ablage liegt, eine handvoll suesse koernchen und isst sie. er nahm eine handvoll suesse koernchen aus der plastiktuete und forderte mich auf, sie zu essen. ich tat es.
dann trinkt man etwas heiliges wasser. er schuettete mir aus einem kleinen metallgefaess heiliges wasser auf die hand, und ich war stolz, dass ich wusste, wie man es macht: erst schluerft man ein wenig wasser, dann faehrt man sich mit der hand ueber die haare.
er nickte zufrieden.
er zeigte mir auch den orangefarbenen hanuman (affengott), der draussen in einem eigenen kleinen tempel stand, und dann den winzigen shiva und die winzige parvati mit dem stier nandi im tempelchen gegenueber.
er erzaehlte mir irgendeine lustige geschichte ueber die orange farbe, aber ich verstand sie nicht.
danke. wiedersehen.
an einem kleinen teestand trank ich tee und unterhielt mich mit zwei leuten, einem jungen mann aus england und einer jungen frau aus israel.
ein inder nahm uns in seinem kleinen auto dann zurueck zum stadtrand, wo die beiden zum ganges hinunter stiegen, um ein bad zu nehmen.
ich ging zurueck in meinen ashram, zu einer zweiten yogalektion. ich habe jetzt eingesehen, dass power yoga vielleicht nicht das richtige fuer mich ist. das sanfte yoga in meinem ashram ist fuer mich anstrengend genug. am nachmittag unterrichtet ein weissgekleideter, gut aussehender junger inder, und das training ist ein wenig anstrengender als am morgen. ich lernte die "child sleeping pose", auf dem bauch liegend, den kopf auf den haenden und das linke bein zur brust hochgezogen (klingt vielleicht nicht so anstrengend).
dann zog ich um, in ein groesseres zimmer, dass allerdings offensichtlich ein mueckenbrutplatz ist. ich verspritzte also eine menge citronella, das die muecken vertreibt und haengte wieder mein mueckennetz auf (aber die aufhaengevorrichtung ist nicht so gut, das netz haengt zu tief und haengt mir wahrscheinlich ins gesicht).
von einer oesterreicherin habe ich den tip bekommen, dass man in einem ashram in der naehe gut und billig essen kann, und das habe ich heute abend gemacht.
in einem anderen blog ueber rishikesh habe ich gelesen, dass das alter ego von rishikesh eine krake ist. wenn man weg will, haelt es einen wieder fest.
ich habe keine ahnung, wie lange ich hier noch bleiben werde. mal sehen, wie gut ich in meinem neuen zimmer schlafen kann.
ich habe heute wieder einer kuh ein chapatti zum fressen gegeben. schlurp, war es weg.
am morgen wurde ich zeugin der folgenden szene: ein "heiliger mann" verscheuchte einen stier mit einem stock, da wurde der stier wuetend und ging auf einen anderen stier los, und ein dritter stier, der die schlaegerei sah und auch mit dabei sein wollte, trabte schnaubend los.
ich kriegte ein wenig schiss und schaute, dass ich von dort wegkam.
jetzt bin ich muede. gute nacht!
mein tagesprogramm habe ich bereits hinter mich gebracht. um zehn uhr wird der ashram geschlossen.
morgens yoga, dann fruestueck (heute im Tip Top Cafe), mit einer hindustan times, die ich einem fliegenden zeitungsverkaeufer abgekauft hatte. ich ass porridge mit fruechten und nuessen und trank schwarzen tee dazu.
dann erster besuch im internet, um meine mail abzurufen und zu sehen, dass ich einen platz in dem zehntaegigen kurs "einfuehrung in den buddhismus" im tibetischen kloster tushita in dharamsala bekommen habe, fuer den ich mich angemeldet habe.
dann besuch im "little buddha cafe", wo ich einen milchkaffee trank und dann ein vegetarisches sandwich mit omelette ass und postkarten schrieb.
ich gab meine waesche in einer kleinen waescherei ab. an der theke war niemand zu sehen, also rief ich und wurde dann von einer inderin, die in einem hinter der waescherei befindlichen raum auf einem bett lag und zu muede war, um aufzustehen, hineingewunken.
(eine waescherei besteht aus einer waschmaschine und einem brett zum buegeln in einer bretterbude)
sie stellte meine tuete zu den anderen tueten und sagte im liegen zu mir, dass ich die waesche morgen frueh abholen kann.
dann ging ich ein paar karmaschichten abwaschen.
ich traf meine franzoesin wieder, die jeden tag dort ist, und auch eine italienerin aus rom, die ebenfalls gestern da war.
die beiden frauen unterhielten sich (die eine sprach englisch, die andere franzoesisch) ueber die energie von rishikesh und ueber verschiedene ashrams und gurus und warfen mit namen um sich, die ich nie gehoert hatte, so dass ich immer wieder sagen musste, weiss ich nicht, kenn ich nicht, hab ich nie was von gehoert...
heute bin ich sechs mal im ganges untergetaucht und habe die franzoesin, die mich gleich wieder mit unglaublichen geschichten ueberfiel, gebeten, ein paar fotos zum beweis zu machen.
nach einem kurzen antrocknen der kleider ging ich weiter stadtauswaerts, eigentlich ohne ein besonderes ziel.
ich kam an einen kleinen tempel, stellte meine schuhe davor ab, ging hinein, sah einen orangen gott mit buntem kleid, von dem ich noch gar nichts wusste, ging wieder hinaus, zog meine schuhe wieder an.
der tempelwaechter rief nach mir. ob ich ein paar dinge ueber die tempel-etikette wissen wollte.
ok.
er zeigte mir, dass man die schuhe schon vor dem tor abstellt, nicht erst vor dem eingang in den tempel.
dann sagte er mir den namen des gottes, den ich schon wieder vergessen habe. es ist der adler, auf dem krishna (?) reitet, ich wusste nicht, dass ihm eigene tempel gewidmet sind, und ausserdem sah die orangefarbene figur ueberhaupt nicht aus wie ein adler, dazu war die nase zu klein und zu flach.
dann, sagte der tempelwaechter, nimmt man von dem heiligen roten pulver einen finger voll und tut es sich auf die stirn (auf das dritte auge). er machte das fuer mich.
dann nimmt man aus einer plastiktuete, die auf einer ablage liegt, eine handvoll suesse koernchen und isst sie. er nahm eine handvoll suesse koernchen aus der plastiktuete und forderte mich auf, sie zu essen. ich tat es.
dann trinkt man etwas heiliges wasser. er schuettete mir aus einem kleinen metallgefaess heiliges wasser auf die hand, und ich war stolz, dass ich wusste, wie man es macht: erst schluerft man ein wenig wasser, dann faehrt man sich mit der hand ueber die haare.
er nickte zufrieden.
er zeigte mir auch den orangefarbenen hanuman (affengott), der draussen in einem eigenen kleinen tempel stand, und dann den winzigen shiva und die winzige parvati mit dem stier nandi im tempelchen gegenueber.
er erzaehlte mir irgendeine lustige geschichte ueber die orange farbe, aber ich verstand sie nicht.
danke. wiedersehen.
an einem kleinen teestand trank ich tee und unterhielt mich mit zwei leuten, einem jungen mann aus england und einer jungen frau aus israel.
ein inder nahm uns in seinem kleinen auto dann zurueck zum stadtrand, wo die beiden zum ganges hinunter stiegen, um ein bad zu nehmen.
ich ging zurueck in meinen ashram, zu einer zweiten yogalektion. ich habe jetzt eingesehen, dass power yoga vielleicht nicht das richtige fuer mich ist. das sanfte yoga in meinem ashram ist fuer mich anstrengend genug. am nachmittag unterrichtet ein weissgekleideter, gut aussehender junger inder, und das training ist ein wenig anstrengender als am morgen. ich lernte die "child sleeping pose", auf dem bauch liegend, den kopf auf den haenden und das linke bein zur brust hochgezogen (klingt vielleicht nicht so anstrengend).
dann zog ich um, in ein groesseres zimmer, dass allerdings offensichtlich ein mueckenbrutplatz ist. ich verspritzte also eine menge citronella, das die muecken vertreibt und haengte wieder mein mueckennetz auf (aber die aufhaengevorrichtung ist nicht so gut, das netz haengt zu tief und haengt mir wahrscheinlich ins gesicht).
von einer oesterreicherin habe ich den tip bekommen, dass man in einem ashram in der naehe gut und billig essen kann, und das habe ich heute abend gemacht.
in einem anderen blog ueber rishikesh habe ich gelesen, dass das alter ego von rishikesh eine krake ist. wenn man weg will, haelt es einen wieder fest.
ich habe keine ahnung, wie lange ich hier noch bleiben werde. mal sehen, wie gut ich in meinem neuen zimmer schlafen kann.
ich habe heute wieder einer kuh ein chapatti zum fressen gegeben. schlurp, war es weg.
am morgen wurde ich zeugin der folgenden szene: ein "heiliger mann" verscheuchte einen stier mit einem stock, da wurde der stier wuetend und ging auf einen anderen stier los, und ein dritter stier, der die schlaegerei sah und auch mit dabei sein wollte, trabte schnaubend los.
ich kriegte ein wenig schiss und schaute, dass ich von dort wegkam.
jetzt bin ich muede. gute nacht!
Labels:
Child Sleeping Pose,
Ganges,
Joga,
Karma,
Laundry Service,
Rishikesh,
Yoga
Sonntag, 8. März 2009
dreimal ganges und einmal polizei
ich kann nicht anders, ich muss heute einfach noch was schreiben.
ich hab's getan: ich habe im ganges gebadet und bin dreimal mit dem kopf untergetaucht. so muss man es naemlich machen, wenn man sein erstes bad im ganges nimmt. natuerlich in meinen kleidern, weil es sich fuer frauen nicht schickt, leicht bekleidet ein bad zu nehmen. (ein paar frauen, die hier vor einigen tagen im bikini badeten, wurden von indern verpruegelt)
danach entstieg ich den fluten tropfnass und setzte mich auf einen stein, um in der sonne zu trocknen.
ich kam ins gespraech mit einer franzoesin, die hier jeden tag herkommt und ein bad nimmt (etwas ausserhalb von rishikesh, wo das wasser sehr sauber, der strom aber auch sehr reissend ist).
nach einer weile fragte sie mich, ob ich ihr vielleicht einen gefallen tun koennte. sie kann naemlich kein englisch, ihr handy ist weggekommen und sie will jetzt bei der polizei eine meldung aufgeben.
so kam es, dass ich am selben tag zwar ein paar schlechte karmaschichten los wurde, aber ein paar neue sammelte.
ihre geschichte war die: sie war im freedom-cafe und hatte ihr handy dabei. am naechsten tag entdeckte sie in der frueh um fuenf, dass ihr handy nicht mehr da war. also ging sie zurueck ins freedom-cafe, um nach dem handy zu fragen. es war aber nicht gefunden worden. ihr schluss: jemand muss es gestohlen haben.
wir gingen also zur oertlichen polizeistation. erst sah es so aus, als wollte sich keiner unserer geschichte annehmen, dann wurden wir gebeten, an einem tisch im hof platz zu nehmen. man brachte zwei blatt papier, die man mit stecknadel zusammensteckte und zwischen die man ein kohlepapier legte. ausserdem drueckte man mir einen stift in die hand.
ich sagte: no writing-machine? you write? (mein englisch ist hier ziemlich basic geworden) nein, wir muessten unseren bericht schon selber schreiben.
ich sagte zu der franzoesin, es ist vielleicht besser, wenn wir nicht schreiben, dass sie erst am naechsten tag bemerkt hat, dass das telefon weg war. ich dachte, es ist ja hauptsaechlich fuer ihre versicherung. wir schreiben also nur, dass das handy im freedom-cafe wegkam und wahrscheinlich gestohlen wurde.
ich dachte, wir wuerden dann einen stempel bekommen, und die polizisten wuerden das papier zu den akten legen und sie koennte ihr exemplar ihrer versicherung in paris geben.
aber so war es nicht.
auch wenn die polizisten einen so desinteressierten und unorganisierten eindruck machten, so folgten sie doch einem strengen prozedere.
es wurde also irgendein chef wahrscheinlich vom sonntaeglichen mittagessen weg- und in die polizeistation gerufen, wo er mit rotem t-shirt und gelben sturzhelm auf einem moped ankam.
er hoerte sich unsere story an, von ihr auf franzoesisch erzaehlt, von mir auf englisch uebersetzt.
erstmal mussten wir uns von ihm belehren lassen, dass andauernd touristen kommen, die den verlust irgendwelcher gegenstaende melden, und dann stellt sich heraus, dass sie diese an inder verkauft haben und nur den stempel fuer ihre versicherung brauchen. das breitete er lange und ausfuehrlich aus, verbreitete dabei sehr viel testosteron, und ich nickte dazu.
punkt eins. er glaubte unsere geschichte, weil die franzoesin eine "old lady" sei.
punkt zwei. warum kommt sie erst heute, um die meldung zu machen, obwohl das telefon schon seit drei tagen weg ist (die polizei hatte sich uebrigens im datum geirrt, die wussten wohl nicht, dass heute frauentag ist und diktierten mir den 7. maerz).
weil sie niemanden gefunden hat, der franzoesisch und englisch kann, so ich, und sie mich erst heute getroffen hat.
dieses argument wollte er ueberhaupt nicht einsehen. die polizei kann dolmetscher zur verfuegung stellen. sie haette sofort irgendeinen polizisten auf der strasse ansprechen koennen. der haette das cafe mit staatsgewalt oeffnen lassen usw.
punkt drei. unsere (meine) formulierung, dass das handy "wahrscheinlich gestohlen wurde", sei eine starke anklage, der sie nachgehen muessten usw., dazu braucht es mehr, zeugen, blabla usw.
ob es irgendeinen beweis dafuer gibt, dass das telefon wirklich existiert hat. welche telefonnummer das telefon hatte. ob sie die nummer gesperrt hat.
ich musste die ganze zeit zwischen englisch und franzoesisch hin- und heruebersetzen, aber glaubt bloss nicht, dass mein franzoesisch besonders gut ist.
ploetzlich stand der blasse besitzer des freedom-cafes vor dem tisch, herbeigeholt von ein paar nebenpolizisten. jetzt wurde das gespraech auf hindi gefuehrt, und wir verstanden natuerlich kein wort, sahen bloss, dass dem freedom-cafe-besitzer der arsch auf grundeis ging.
ich bereute schon zutiefst, dass ich das mit dem "gestohlen" geschrieben hatte, sah mich schon wegen betrugs zehn jahre in einem indischen gefaengnis sitzen (oder wegen versuchten betrugs, was vielleicht nur fuenf jahre gegeben haette).
und was ging mich eigentlich die versicherung der franzoesin an? und ihr telefon? wieso mischte ich mich eigentlich ein? wieso hatte ich nicht einfach ihre version der geschichte aufgeschrieben? wieso hatte ich versucht, superschlau und eine versicherungsbetruegerin zu sein?
der besitzer des freedom-cafes sah aus, als gingen ihm auch verschiedene gefaengnisstrafen durch den kopf sowie die zustaende in den indischen gefaengnissen.
er fragte uns (mich) dann, ob wir das wirklich so schreiben wollten, dass das handy wahrscheinlich gestohlen wurde, und ob uns klar sein, was fuer eine anklage wir da gegen sein cafe richteten.
neinnein, versicherte ich schnell, ich wollte den rueckwaertsgang einlegen. ("koennen wir bitte neues papier bekommen?")
die wortschwaelle auf hindi gingen weiter, ich hatte ueberhaupt keine ahnung, in welche richtung sich die geschichte weiterentwickelte, aber da stand schon ein polizist mit zwei neuen blatt papier in der hand da und steckte sie wieder fein saeuberlich mit stecknadeln zusammen.
inzwischen hatten ungefaehr zehn personen an unserem kleinen tisch im hof der polizei platz genommen und ungefaehr genauso viele standen herum und hoerten interessiert zu.
ich schrieb also eine neue version der geschichte, knuellte die andere zusammen und steckte sie schnell in meinen rucksack.
wir meldeten hiermit den verlust eines handys an, zuletzt gesehen im freedom cafe am soundsovielten um soundsoviel uhr.
einer der polizisten verschwand und kam dann mit der gestempelten blaupause zurueck. wir konnten gehen.
der besitzer des freedom-cafes wandte sich im gehen an uns. ob wir in einer halben stunde in sein cafe kommen koennten? er wuerde noch einmal mit allen seinen angestellten sprechen.
inzwischen war ein noch hoeherer polizist angekommen, der uns noch einmal anhielt.
was los sei.
er wollte die stempelei wieder rueckgaengig machen, weil wir die meldung viel zu spaet abgegeben haetten.
aber die anderen polizisten, die inzwischen eine art zuneigung zu uns gefasst hatten, ueberredeten ihn, die sache jetzt auf sich beruhen zu lassen.
(am nebentisch im internetcafe sitzt uebrigens ein englaender, der gerade einem freund in england ueber skype von seinen coolen indien-erlebnissen erzaehlt.)
wir gingen dann doch direkt ins freedom-cafe, weil ich inzwischen ziemlichen hunger hatte (es war halbvier geworden).
zu unserer ueberraschung wimmelte es im cafe von polizisten. wir sahen auch den beamten mit dem roten t-shirt wieder. er kam auf die franzoesin zu und hielt ihr ein handy entgegen.
ob das ihr telefon sei?
es war ihr telefon.
obwohl die franzoesin zweimal in dem cafe war, um nach ihrem handy zu fragen, hatten die angestellten offensichtlich nicht verstanden, was sie wollte (sie konnte ja kein englisch), und alle waren jetzt angepisst, dass sie zur polizei gegangen war. jedenfalls war das ihre version.
die polizisten tranken cola und assen pommes frites, bevor sie verschwanden, ohne uns noch einmal eines blickes zu wuerdigen.
und ich ass einen falafelteller und trank auch eine coca cola.
die franzoesin, die mir nur ihren spirituellen namen gesagt hat, den ich mir nicht merken konnte, war uebrigens eine total faszinierende person.
sie war zum glueck ziemlich redselig, und ich liess mir von ihr die verruecktesten geschichten erzaehlen. zum beispiel die geschichte darueber, wie sie ihre zelle besucht hat, die aussah wie eine hostie, die auf wellen schaukelt.
oder so. ich kann auch nicht behaupten, dass ich alles genau verstanden habe.
sie war seherin und heilerin und konnte ueber erleuchtungserlebnisse en masse berichten. ich glaubte ihr alles, weil sie wirklich all das ausstrahlte, was sie sagte. und weil sie dabei witzig war.
sie wollte gern, dass ich in ihrem guesthouse wohne, wenn meine zeit im ashram rum ist, und ich liess mir das guesthouse zeigen. es war wirklich total schoen, mit einer terrasse, von der aus man ueber rishikesh und den ganges blickt. ihr zimmer ist gross und hell, das badezimmer neu gekachelt und sauber, und sie zahlt genauso viel wie ich in meinem ashram.
zwei affen fauchten uns an, auch nachdem wir ihnen eine mandarine zum fressen gegeben hatten.
wir trennten uns dann. sie war total dankbar fuer meinen einsatz, aber ich hatte eher das gefuehl, alles ziemlich durcheinander gebracht zu haben.
ich glaube, ich muss bald wieder im ganges baden, um das schlechte karma des heutigen tages loszuwerden...
ich hab's getan: ich habe im ganges gebadet und bin dreimal mit dem kopf untergetaucht. so muss man es naemlich machen, wenn man sein erstes bad im ganges nimmt. natuerlich in meinen kleidern, weil es sich fuer frauen nicht schickt, leicht bekleidet ein bad zu nehmen. (ein paar frauen, die hier vor einigen tagen im bikini badeten, wurden von indern verpruegelt)
danach entstieg ich den fluten tropfnass und setzte mich auf einen stein, um in der sonne zu trocknen.
ich kam ins gespraech mit einer franzoesin, die hier jeden tag herkommt und ein bad nimmt (etwas ausserhalb von rishikesh, wo das wasser sehr sauber, der strom aber auch sehr reissend ist).
nach einer weile fragte sie mich, ob ich ihr vielleicht einen gefallen tun koennte. sie kann naemlich kein englisch, ihr handy ist weggekommen und sie will jetzt bei der polizei eine meldung aufgeben.
so kam es, dass ich am selben tag zwar ein paar schlechte karmaschichten los wurde, aber ein paar neue sammelte.
ihre geschichte war die: sie war im freedom-cafe und hatte ihr handy dabei. am naechsten tag entdeckte sie in der frueh um fuenf, dass ihr handy nicht mehr da war. also ging sie zurueck ins freedom-cafe, um nach dem handy zu fragen. es war aber nicht gefunden worden. ihr schluss: jemand muss es gestohlen haben.
wir gingen also zur oertlichen polizeistation. erst sah es so aus, als wollte sich keiner unserer geschichte annehmen, dann wurden wir gebeten, an einem tisch im hof platz zu nehmen. man brachte zwei blatt papier, die man mit stecknadel zusammensteckte und zwischen die man ein kohlepapier legte. ausserdem drueckte man mir einen stift in die hand.
ich sagte: no writing-machine? you write? (mein englisch ist hier ziemlich basic geworden) nein, wir muessten unseren bericht schon selber schreiben.
ich sagte zu der franzoesin, es ist vielleicht besser, wenn wir nicht schreiben, dass sie erst am naechsten tag bemerkt hat, dass das telefon weg war. ich dachte, es ist ja hauptsaechlich fuer ihre versicherung. wir schreiben also nur, dass das handy im freedom-cafe wegkam und wahrscheinlich gestohlen wurde.
ich dachte, wir wuerden dann einen stempel bekommen, und die polizisten wuerden das papier zu den akten legen und sie koennte ihr exemplar ihrer versicherung in paris geben.
aber so war es nicht.
auch wenn die polizisten einen so desinteressierten und unorganisierten eindruck machten, so folgten sie doch einem strengen prozedere.
es wurde also irgendein chef wahrscheinlich vom sonntaeglichen mittagessen weg- und in die polizeistation gerufen, wo er mit rotem t-shirt und gelben sturzhelm auf einem moped ankam.
er hoerte sich unsere story an, von ihr auf franzoesisch erzaehlt, von mir auf englisch uebersetzt.
erstmal mussten wir uns von ihm belehren lassen, dass andauernd touristen kommen, die den verlust irgendwelcher gegenstaende melden, und dann stellt sich heraus, dass sie diese an inder verkauft haben und nur den stempel fuer ihre versicherung brauchen. das breitete er lange und ausfuehrlich aus, verbreitete dabei sehr viel testosteron, und ich nickte dazu.
punkt eins. er glaubte unsere geschichte, weil die franzoesin eine "old lady" sei.
punkt zwei. warum kommt sie erst heute, um die meldung zu machen, obwohl das telefon schon seit drei tagen weg ist (die polizei hatte sich uebrigens im datum geirrt, die wussten wohl nicht, dass heute frauentag ist und diktierten mir den 7. maerz).
weil sie niemanden gefunden hat, der franzoesisch und englisch kann, so ich, und sie mich erst heute getroffen hat.
dieses argument wollte er ueberhaupt nicht einsehen. die polizei kann dolmetscher zur verfuegung stellen. sie haette sofort irgendeinen polizisten auf der strasse ansprechen koennen. der haette das cafe mit staatsgewalt oeffnen lassen usw.
punkt drei. unsere (meine) formulierung, dass das handy "wahrscheinlich gestohlen wurde", sei eine starke anklage, der sie nachgehen muessten usw., dazu braucht es mehr, zeugen, blabla usw.
ob es irgendeinen beweis dafuer gibt, dass das telefon wirklich existiert hat. welche telefonnummer das telefon hatte. ob sie die nummer gesperrt hat.
ich musste die ganze zeit zwischen englisch und franzoesisch hin- und heruebersetzen, aber glaubt bloss nicht, dass mein franzoesisch besonders gut ist.
ploetzlich stand der blasse besitzer des freedom-cafes vor dem tisch, herbeigeholt von ein paar nebenpolizisten. jetzt wurde das gespraech auf hindi gefuehrt, und wir verstanden natuerlich kein wort, sahen bloss, dass dem freedom-cafe-besitzer der arsch auf grundeis ging.
ich bereute schon zutiefst, dass ich das mit dem "gestohlen" geschrieben hatte, sah mich schon wegen betrugs zehn jahre in einem indischen gefaengnis sitzen (oder wegen versuchten betrugs, was vielleicht nur fuenf jahre gegeben haette).
und was ging mich eigentlich die versicherung der franzoesin an? und ihr telefon? wieso mischte ich mich eigentlich ein? wieso hatte ich nicht einfach ihre version der geschichte aufgeschrieben? wieso hatte ich versucht, superschlau und eine versicherungsbetruegerin zu sein?
der besitzer des freedom-cafes sah aus, als gingen ihm auch verschiedene gefaengnisstrafen durch den kopf sowie die zustaende in den indischen gefaengnissen.
er fragte uns (mich) dann, ob wir das wirklich so schreiben wollten, dass das handy wahrscheinlich gestohlen wurde, und ob uns klar sein, was fuer eine anklage wir da gegen sein cafe richteten.
neinnein, versicherte ich schnell, ich wollte den rueckwaertsgang einlegen. ("koennen wir bitte neues papier bekommen?")
die wortschwaelle auf hindi gingen weiter, ich hatte ueberhaupt keine ahnung, in welche richtung sich die geschichte weiterentwickelte, aber da stand schon ein polizist mit zwei neuen blatt papier in der hand da und steckte sie wieder fein saeuberlich mit stecknadeln zusammen.
inzwischen hatten ungefaehr zehn personen an unserem kleinen tisch im hof der polizei platz genommen und ungefaehr genauso viele standen herum und hoerten interessiert zu.
ich schrieb also eine neue version der geschichte, knuellte die andere zusammen und steckte sie schnell in meinen rucksack.
wir meldeten hiermit den verlust eines handys an, zuletzt gesehen im freedom cafe am soundsovielten um soundsoviel uhr.
einer der polizisten verschwand und kam dann mit der gestempelten blaupause zurueck. wir konnten gehen.
der besitzer des freedom-cafes wandte sich im gehen an uns. ob wir in einer halben stunde in sein cafe kommen koennten? er wuerde noch einmal mit allen seinen angestellten sprechen.
inzwischen war ein noch hoeherer polizist angekommen, der uns noch einmal anhielt.
was los sei.
er wollte die stempelei wieder rueckgaengig machen, weil wir die meldung viel zu spaet abgegeben haetten.
aber die anderen polizisten, die inzwischen eine art zuneigung zu uns gefasst hatten, ueberredeten ihn, die sache jetzt auf sich beruhen zu lassen.
(am nebentisch im internetcafe sitzt uebrigens ein englaender, der gerade einem freund in england ueber skype von seinen coolen indien-erlebnissen erzaehlt.)
wir gingen dann doch direkt ins freedom-cafe, weil ich inzwischen ziemlichen hunger hatte (es war halbvier geworden).
zu unserer ueberraschung wimmelte es im cafe von polizisten. wir sahen auch den beamten mit dem roten t-shirt wieder. er kam auf die franzoesin zu und hielt ihr ein handy entgegen.
ob das ihr telefon sei?
es war ihr telefon.
obwohl die franzoesin zweimal in dem cafe war, um nach ihrem handy zu fragen, hatten die angestellten offensichtlich nicht verstanden, was sie wollte (sie konnte ja kein englisch), und alle waren jetzt angepisst, dass sie zur polizei gegangen war. jedenfalls war das ihre version.
die polizisten tranken cola und assen pommes frites, bevor sie verschwanden, ohne uns noch einmal eines blickes zu wuerdigen.
und ich ass einen falafelteller und trank auch eine coca cola.
die franzoesin, die mir nur ihren spirituellen namen gesagt hat, den ich mir nicht merken konnte, war uebrigens eine total faszinierende person.
sie war zum glueck ziemlich redselig, und ich liess mir von ihr die verruecktesten geschichten erzaehlen. zum beispiel die geschichte darueber, wie sie ihre zelle besucht hat, die aussah wie eine hostie, die auf wellen schaukelt.
oder so. ich kann auch nicht behaupten, dass ich alles genau verstanden habe.
sie war seherin und heilerin und konnte ueber erleuchtungserlebnisse en masse berichten. ich glaubte ihr alles, weil sie wirklich all das ausstrahlte, was sie sagte. und weil sie dabei witzig war.
sie wollte gern, dass ich in ihrem guesthouse wohne, wenn meine zeit im ashram rum ist, und ich liess mir das guesthouse zeigen. es war wirklich total schoen, mit einer terrasse, von der aus man ueber rishikesh und den ganges blickt. ihr zimmer ist gross und hell, das badezimmer neu gekachelt und sauber, und sie zahlt genauso viel wie ich in meinem ashram.
zwei affen fauchten uns an, auch nachdem wir ihnen eine mandarine zum fressen gegeben hatten.
wir trennten uns dann. sie war total dankbar fuer meinen einsatz, aber ich hatte eher das gefuehl, alles ziemlich durcheinander gebracht zu haben.
ich glaube, ich muss bald wieder im ganges baden, um das schlechte karma des heutigen tages loszuwerden...
Labels:
Bikini,
Freedom Café,
Ganges,
Handy,
Karma,
laxman jhula,
Little Buddha Cafe,
Polizei,
Rishikesh
Abonnieren
Posts (Atom)