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Samstag, 14. März 2009

der heilige berg und ein horrorfilm aus israel

heute bin ich also gepilgert. ich schluckte meine gruene und meine braunen pillen, packte cashewnuesse und rosinen und sechs bananen sowie eine flasche wasser in meinen rucksack, schmierte mich mit sonnenmittel ein und lief los richtung stadauswaerts.
vom shivatempel hatte ich nur gehoert und dass man dorthin drei stunden bergauf laeuft (aber mit dem taxi zurueckfahren kann), deshalb lief ich sozusagen nach hoerensagen und in die richtung, in die ich gestern die pilger laufen gesehen habe, die kleine plastikflaschen mit gangeswasser vor sich hertrugen und sehr gesammelt und fromm aussahen.
vom sadhu, den ich fragte, bekam ich eine falsche wegbeschreibung, aber schliesslich war ich dann auf dem richtigen weg, einem betonierten (oder zementierten) pfad, der in den wald hineinfuehrte und auf dem ich gleich auf einen verkaufsstand stiess, an dem man u.a. affenfutter verkaufte, wozu ich mich hinreissen liess.
die ersten affen, die mir dann begegneten, sahen sofort das beutelchen in meiner hand, und jetzt war es natuerlich schluss mit possierlichem affenfuettern, koernchen-hinschmeissen usw., weil ich sofort aus angst vor dem groessten affen, der an mir hochzuklettern versuchte, das beutelchen hinwarf und seinem schicksal ueberliess (wahrscheinlich hat der grosse affe alles allein aufgefressen).
erst dachte ich, ich sei allein auf dem weg, der links und rechts eher einer muellhalde glich.
ich verstehe nicht wirklich, warum die inder allen abfall einfach an ort und stelle fallen lassen, als wuerde ihnen staendig eine grosse fegende mami hinterher laufen.
diese gleichgueltigkeit fuer umwelt und natur ging mir heute frueh ziemlich an die nieren.
als ich ungefaehr eine halbe stunde gelaufen war, hatte ich die ersten pilger eingeholt.
es war eine gruppe von vier maennern, vor denen ich angst gehabt haette, wenn nicht ein alter mann mit einem freundlichen gesicht dabei gewesen waere, mit dem ich ein paar worte wechselte. einer der maenner hatte eine sehr schlechte kondition und bewegte sich schnaufend, stoehnend und schlenkernd vorwaerts.
ich wusste nicht genau, ob es fuer sie eine provokation darstellt, wenn eine frau sie ueberholt. dass ich diese gedanken ueberhaupt dachte, sagt einiges ueber die ausstrahlung, die die indischen maenner in nordindien haben.
ich begegnete so allmaehlich einigen maennergruppen und sah ein, dass der berg nur von maennern bewandert wurde, jedenfalls heute, was natuerlich wieder gedanken in mir entstehen liess, ob sie es vielleicht unpassend fanden, dass eine frau hier herumlief.
andauernd ueberlegte ich, ob ich vielleicht angst haben sollte.
die blicke, die mir begegneten, waren selten freundlich, hauptsaechlich neugierig und ein wenig misstrauisch, wenn nicht sogar voller abneigung. ich habe es jedenfalls so wahrgenommen.
ich versuchte, immer freundlich zu sein und zu laecheln, fragte mich aber auch zwischendurch, ob das vielleicht die falsche strategie war.
ich liess ihnen den vortritt, sagte "namaste" und "tired?", wenn einer sich hinsetzte, um zu verschnaufen, ueberlegte dann gleich wieder ob diese frage vielleicht eine demuetigung und beleidigung fuer sie darstellte.
ich dachte an die geschmeidigen und sanften maenner suedindiens.
mein gehirn lief kurz gesagt auf volltouren. selten war ich auf einer wanderung so wenig entspannt. die natur konnte ich nicht geniessen, sie war auch so verschandelt.
ich machte die beobachtung, dass die meisten pilger das wandern nicht gewohnt waren, sie hatten also ueberhaupt keine technik und auch nicht viel kondition.
die jungen bewegten sich mit jugendlicher kraft vorwaerts und manchmal mit in der gruppe ausgestossenen kraftschreien, fielen aber nach ein paar hundert metern wieder ermattet zusammen und legten sich hin.
die alten bewegten sich mit willen und prustend, watschelnd und schwitzend vorwaerts, und wenn ich es wagte, einen zu ueberholen, dann erhoehte er gleich das tempo und es war mir, als floegen kleine fluchpfeile hinter mir her.
es gab ein paar zaehe, denen man ansah, dass sie in ihrem leben schon sehr viel gelaufen waren.
wegen meiner von der krankheit noch geschwaechten kondition war ich von anfang an ziemlich langsam gegangen, mit kleinen schritten, machte nur manchmal pause, um wasser zu trinken, setzte mich aber nie hin.
an manchen verfallenen mauern waren fotokopierte bilder von menschen mit text auf hindi angebracht und ich fantasierte, dass das menschen waren, die hier auf diesem weg verschwunden waren und auf diesem weg gesucht wurden. auf einem blatt konnte ich 25.000 lesen und dachte, 25.000 rupies belohnung fuer jeden sachdienlichen hinweis...
wahrscheinlich ging meine fantasie mit mir durch, jedenfalls war ich froh, dass ich, als der weg die "zivilisation" wieder erreichte, noch bei guter gesundheit war.
vielleicht war dieser pilgerweg frueher einmal bedeutender, aber am ende des waldes wartete jetzt nur eine tote stadt mit wenig bevoelkerung, verfallene und verfallende haeuser, leere strassen, leblosigkeit.
der shivatempel (der fuer mich eigentlich nur der vorwand fuer eine wanderung gewesen war) war im vergleich zu den tempeln suedindiens ziemlich popelig.
die meisten pilger waren uebrigens mit autos dorthin gekommen. man konnte opfergaben kaufen und sich dann einen roten shivadreizack mit einem metallstempel auf den kopf druecken lassen. diese aufgabe erfuellte ein brahmane mit einer fliessjacke und einer verfilzten hippiefrisur, der sich aber offensichtlich aufrichtig freute, mir einen shiva-dreizack auf die stirn druecken zu duerfen.
in einem anderen kleinen raum konnte man die russgeschwaerzten werkzeuge shivas, die aus einer feuerstelle ragten und von einem weiteren brahmanen bewacht wurden, beruehren.
ich hatte ziemlich schnell meine runde gemacht und wollte jetzt mit dem taxi zurueck fahren.
ein taxifahrer sprach mich gleich an, bot mir rishikesh fuer 50 rupies an, ich dachte nanu, und dann verfrachtete er mich in ein taxi, das bereits mit zwei frauen und zwei kindern besetzt waren, die bei meinem anblick vor schreck erstarrten (die kinder, nicht die frauen).
die frauen betrachteten mich gleich als ihr maskottchen und liessen sich von ihren noch draussen stehenden maennern mit mir fotografieren. sie legten mir die arme um die schultern und ich sollte auch die arme um ihre schultern, meine hand in die ihre legen, und auf diese weise wurden mit mehreren kameras mehrere bilder gemacht.
der taxifahrer hatte jetzt ein weiteres ehepaar aufgetrieben, die er neben mir ins taxi quetschen wollte. ich musste den schaltknueppel zwischen die beine nehmen. die beiden waren aber ziemlich beleibt, ausserdem wahnsinnig schlecht gelaunt und weigerten sich, neben mir platz zu nehmen.
es folgte ein wortwechsel auf hindi, dem ich gleichgueltig zusah, denn ich sass ja schon. dann bat mich der taxifahrer auszusteigen, frachtete das ehepaar auf den beifahrersitz und fuhr dann mit seiner fracht von insgesamt 6 erwachsenen und 2 kindern weg, begleitet von einem "fuck you!" aus meinem mund.
ich lief die lange reihe der taxis entlang, ohne zu begreifen, nach welchem prinzip sie besetzt werden, fragte hin und wieder "rishikesh?", worauf ein finger in irgendeine richtung deutete, in die ich dann auch lief, ohne erfolg zu haben.
es war ploetzlich sehr heiss, ich war ploetzlich sehr hungrig, ich war ploetzlich sehr muede, ich tat mir ploetzlich sehr leid.
da fragte mich ein mann "are you looking for something?" und ich sagte wahrheitsgemaess, dass ich ein taxi nach rishikesh suchte, und er sagte, ich koennte mit ihm und seiner familie und seinen freunden und deren familie in dem grossen gelaendewagen mitfahren, der dort drueben stand.
die sieben leute quetschten sich also zusammen, ich nahm neben den frauen platz, und der mann, der mich angesprochen hatte und, wie sich zeigte, ingenieur bei der indischen luftwaffe war, begann mich gleich auszufragen, ueber meine reise, meine meinung zu indien, meinen ehestand usw.
sie kamen aus delhi und machten eine kurze reise, um ein examen des ungefaehr fuenfzehnjaehrigen sohnes zu feiern.
auch die soehne wurden aufgefordert, mir fragen zu stellen. der aeltere sohn hatte eine sony digitalkamera, mit der er mich andauernd filmte.
sie fragten mich, was ich an indien aendern wuerde (ich sagte, die einstellung der leute zum muell), und hielten dann an einem teestand, um mich laenger bei sich zu behalten, wie sie sagten.
die frau des luftwaffeningenieurs bat mich, auf der steinstufe neben ihr platz zu nehmen, legte den arm um mich, nannte mich ihre freundin und lachte mich immer freundlich an. leider konnte sie nicht englisch reden, aber verstehen, was geredet wurde.
es wurde weiter gefilmt, und ich wurde weiter ausgefragt. wir tranken tee und assen jeder einen teller "maeggi" (instantnudelsuppe). wir redeten ueber die indische familienkultur und darueber, dass man in europa freier entscheiden kann, ob man heiratet oder nicht. der aeltere sohn sagte dann, er wolle auch nicht heiraten, und der bruder der anderen frau sagte, er auch nicht.
ich wusch mir meinen shiva-dreizack von der stirn, der inzwischen ein grosser verschmierter roter fleck war.
sie diskutierten im auto auf hindi weiter, ich schaute aus dem fenster auf den ganges, der inzwischen aufgetaucht war, mit weissen strudeln und darauf tanzenden rafting-booten, die der sohn filmte.
schliesslich liessen sie mich bei rishikesh aussteigen, obwohl der luftwaffeningenieur sagte, dass sie mich am liebsten fuer immer bei sich behalten wuerden, und ich ging, erleichtert ueber mein neuerliches alleinsein und familienloses dasein, gleich ins buddha cafe, wo ich mir was zu essen (heute ausnahmsweise was indisches) bestellte und hinterher einen grossen fruchtsalat.
dazu trank ich einen ayurvedischen kraeutertee.
ich unterhielt mich mit zwei jungen maennern aus israel ueber deutschland, israel und indien. der eine, der mir besonders sympathisch war, gab mir zum abschied die adresse seiner homepage, auf der ich einen dreiminuetigen horrorfilm anschauen koenne, den er selbst gemacht habe.
ich sagte, ich verspreche, dass ich mir den horrorfilm anschaue, wenn ich auch horrorfilme nicht besonders mag, aber ein dreiminuetiger horrorfilm koennte hier eine ausnahme darstellen.
dann hatte ich es aber eilig, um nicht zu spaet zu meinem reiki-kurs zu kommen.

Montag, 9. März 2009

child sleeping pose

es ist jetzt bei mir neun vor neun am abend, und ich sitze in einem internetladen mit blick auf den ganges.
mein tagesprogramm habe ich bereits hinter mich gebracht. um zehn uhr wird der ashram geschlossen.
morgens yoga, dann fruestueck (heute im Tip Top Cafe), mit einer hindustan times, die ich einem fliegenden zeitungsverkaeufer abgekauft hatte. ich ass porridge mit fruechten und nuessen und trank schwarzen tee dazu.
dann erster besuch im internet, um meine mail abzurufen und zu sehen, dass ich einen platz in dem zehntaegigen kurs "einfuehrung in den buddhismus" im tibetischen kloster tushita in dharamsala bekommen habe, fuer den ich mich angemeldet habe.
dann besuch im "little buddha cafe", wo ich einen milchkaffee trank und dann ein vegetarisches sandwich mit omelette ass und postkarten schrieb.
ich gab meine waesche in einer kleinen waescherei ab. an der theke war niemand zu sehen, also rief ich und wurde dann von einer inderin, die in einem hinter der waescherei befindlichen raum auf einem bett lag und zu muede war, um aufzustehen, hineingewunken.
(eine waescherei besteht aus einer waschmaschine und einem brett zum buegeln in einer bretterbude)
sie stellte meine tuete zu den anderen tueten und sagte im liegen zu mir, dass ich die waesche morgen frueh abholen kann.
dann ging ich ein paar karmaschichten abwaschen.
ich traf meine franzoesin wieder, die jeden tag dort ist, und auch eine italienerin aus rom, die ebenfalls gestern da war.
die beiden frauen unterhielten sich (die eine sprach englisch, die andere franzoesisch) ueber die energie von rishikesh und ueber verschiedene ashrams und gurus und warfen mit namen um sich, die ich nie gehoert hatte, so dass ich immer wieder sagen musste, weiss ich nicht, kenn ich nicht, hab ich nie was von gehoert...
heute bin ich sechs mal im ganges untergetaucht und habe die franzoesin, die mich gleich wieder mit unglaublichen geschichten ueberfiel, gebeten, ein paar fotos zum beweis zu machen.
nach einem kurzen antrocknen der kleider ging ich weiter stadtauswaerts, eigentlich ohne ein besonderes ziel.
ich kam an einen kleinen tempel, stellte meine schuhe davor ab, ging hinein, sah einen orangen gott mit buntem kleid, von dem ich noch gar nichts wusste, ging wieder hinaus, zog meine schuhe wieder an.
der tempelwaechter rief nach mir. ob ich ein paar dinge ueber die tempel-etikette wissen wollte.
ok.
er zeigte mir, dass man die schuhe schon vor dem tor abstellt, nicht erst vor dem eingang in den tempel.
dann sagte er mir den namen des gottes, den ich schon wieder vergessen habe. es ist der adler, auf dem krishna (?) reitet, ich wusste nicht, dass ihm eigene tempel gewidmet sind, und ausserdem sah die orangefarbene figur ueberhaupt nicht aus wie ein adler, dazu war die nase zu klein und zu flach.
dann, sagte der tempelwaechter, nimmt man von dem heiligen roten pulver einen finger voll und tut es sich auf die stirn (auf das dritte auge). er machte das fuer mich.
dann nimmt man aus einer plastiktuete, die auf einer ablage liegt, eine handvoll suesse koernchen und isst sie. er nahm eine handvoll suesse koernchen aus der plastiktuete und forderte mich auf, sie zu essen. ich tat es.
dann trinkt man etwas heiliges wasser. er schuettete mir aus einem kleinen metallgefaess heiliges wasser auf die hand, und ich war stolz, dass ich wusste, wie man es macht: erst schluerft man ein wenig wasser, dann faehrt man sich mit der hand ueber die haare.
er nickte zufrieden.
er zeigte mir auch den orangefarbenen hanuman (affengott), der draussen in einem eigenen kleinen tempel stand, und dann den winzigen shiva und die winzige parvati mit dem stier nandi im tempelchen gegenueber.
er erzaehlte mir irgendeine lustige geschichte ueber die orange farbe, aber ich verstand sie nicht.
danke. wiedersehen.
an einem kleinen teestand trank ich tee und unterhielt mich mit zwei leuten, einem jungen mann aus england und einer jungen frau aus israel.
ein inder nahm uns in seinem kleinen auto dann zurueck zum stadtrand, wo die beiden zum ganges hinunter stiegen, um ein bad zu nehmen.
ich ging zurueck in meinen ashram, zu einer zweiten yogalektion. ich habe jetzt eingesehen, dass power yoga vielleicht nicht das richtige fuer mich ist. das sanfte yoga in meinem ashram ist fuer mich anstrengend genug. am nachmittag unterrichtet ein weissgekleideter, gut aussehender junger inder, und das training ist ein wenig anstrengender als am morgen. ich lernte die "child sleeping pose", auf dem bauch liegend, den kopf auf den haenden und das linke bein zur brust hochgezogen (klingt vielleicht nicht so anstrengend).
dann zog ich um, in ein groesseres zimmer, dass allerdings offensichtlich ein mueckenbrutplatz ist. ich verspritzte also eine menge citronella, das die muecken vertreibt und haengte wieder mein mueckennetz auf (aber die aufhaengevorrichtung ist nicht so gut, das netz haengt zu tief und haengt mir wahrscheinlich ins gesicht).
von einer oesterreicherin habe ich den tip bekommen, dass man in einem ashram in der naehe gut und billig essen kann, und das habe ich heute abend gemacht.
in einem anderen blog ueber rishikesh habe ich gelesen, dass das alter ego von rishikesh eine krake ist. wenn man weg will, haelt es einen wieder fest.
ich habe keine ahnung, wie lange ich hier noch bleiben werde. mal sehen, wie gut ich in meinem neuen zimmer schlafen kann.
ich habe heute wieder einer kuh ein chapatti zum fressen gegeben. schlurp, war es weg.
am morgen wurde ich zeugin der folgenden szene: ein "heiliger mann" verscheuchte einen stier mit einem stock, da wurde der stier wuetend und ging auf einen anderen stier los, und ein dritter stier, der die schlaegerei sah und auch mit dabei sein wollte, trabte schnaubend los.
ich kriegte ein wenig schiss und schaute, dass ich von dort wegkam.
jetzt bin ich muede. gute nacht!

Sonntag, 8. März 2009

dreimal ganges und einmal polizei

ich kann nicht anders, ich muss heute einfach noch was schreiben.
ich hab's getan: ich habe im ganges gebadet und bin dreimal mit dem kopf untergetaucht. so muss man es naemlich machen, wenn man sein erstes bad im ganges nimmt. natuerlich in meinen kleidern, weil es sich fuer frauen nicht schickt, leicht bekleidet ein bad zu nehmen. (ein paar frauen, die hier vor einigen tagen im bikini badeten, wurden von indern verpruegelt)
danach entstieg ich den fluten tropfnass und setzte mich auf einen stein, um in der sonne zu trocknen.
ich kam ins gespraech mit einer franzoesin, die hier jeden tag herkommt und ein bad nimmt (etwas ausserhalb von rishikesh, wo das wasser sehr sauber, der strom aber auch sehr reissend ist).
nach einer weile fragte sie mich, ob ich ihr vielleicht einen gefallen tun koennte. sie kann naemlich kein englisch, ihr handy ist weggekommen und sie will jetzt bei der polizei eine meldung aufgeben.
so kam es, dass ich am selben tag zwar ein paar schlechte karmaschichten los wurde, aber ein paar neue sammelte.
ihre geschichte war die: sie war im freedom-cafe und hatte ihr handy dabei. am naechsten tag entdeckte sie in der frueh um fuenf, dass ihr handy nicht mehr da war. also ging sie zurueck ins freedom-cafe, um nach dem handy zu fragen. es war aber nicht gefunden worden. ihr schluss: jemand muss es gestohlen haben.
wir gingen also zur oertlichen polizeistation. erst sah es so aus, als wollte sich keiner unserer geschichte annehmen, dann wurden wir gebeten, an einem tisch im hof platz zu nehmen. man brachte zwei blatt papier, die man mit stecknadel zusammensteckte und zwischen die man ein kohlepapier legte. ausserdem drueckte man mir einen stift in die hand.
ich sagte: no writing-machine? you write? (mein englisch ist hier ziemlich basic geworden) nein, wir muessten unseren bericht schon selber schreiben.
ich sagte zu der franzoesin, es ist vielleicht besser, wenn wir nicht schreiben, dass sie erst am naechsten tag bemerkt hat, dass das telefon weg war. ich dachte, es ist ja hauptsaechlich fuer ihre versicherung. wir schreiben also nur, dass das handy im freedom-cafe wegkam und wahrscheinlich gestohlen wurde.
ich dachte, wir wuerden dann einen stempel bekommen, und die polizisten wuerden das papier zu den akten legen und sie koennte ihr exemplar ihrer versicherung in paris geben.
aber so war es nicht.
auch wenn die polizisten einen so desinteressierten und unorganisierten eindruck machten, so folgten sie doch einem strengen prozedere.
es wurde also irgendein chef wahrscheinlich vom sonntaeglichen mittagessen weg- und in die polizeistation gerufen, wo er mit rotem t-shirt und gelben sturzhelm auf einem moped ankam.
er hoerte sich unsere story an, von ihr auf franzoesisch erzaehlt, von mir auf englisch uebersetzt.
erstmal mussten wir uns von ihm belehren lassen, dass andauernd touristen kommen, die den verlust irgendwelcher gegenstaende melden, und dann stellt sich heraus, dass sie diese an inder verkauft haben und nur den stempel fuer ihre versicherung brauchen. das breitete er lange und ausfuehrlich aus, verbreitete dabei sehr viel testosteron, und ich nickte dazu.
punkt eins. er glaubte unsere geschichte, weil die franzoesin eine "old lady" sei.
punkt zwei. warum kommt sie erst heute, um die meldung zu machen, obwohl das telefon schon seit drei tagen weg ist (die polizei hatte sich uebrigens im datum geirrt, die wussten wohl nicht, dass heute frauentag ist und diktierten mir den 7. maerz).
weil sie niemanden gefunden hat, der franzoesisch und englisch kann, so ich, und sie mich erst heute getroffen hat.
dieses argument wollte er ueberhaupt nicht einsehen. die polizei kann dolmetscher zur verfuegung stellen. sie haette sofort irgendeinen polizisten auf der strasse ansprechen koennen. der haette das cafe mit staatsgewalt oeffnen lassen usw.
punkt drei. unsere (meine) formulierung, dass das handy "wahrscheinlich gestohlen wurde", sei eine starke anklage, der sie nachgehen muessten usw., dazu braucht es mehr, zeugen, blabla usw.
ob es irgendeinen beweis dafuer gibt, dass das telefon wirklich existiert hat. welche telefonnummer das telefon hatte. ob sie die nummer gesperrt hat.
ich musste die ganze zeit zwischen englisch und franzoesisch hin- und heruebersetzen, aber glaubt bloss nicht, dass mein franzoesisch besonders gut ist.
ploetzlich stand der blasse besitzer des freedom-cafes vor dem tisch, herbeigeholt von ein paar nebenpolizisten. jetzt wurde das gespraech auf hindi gefuehrt, und wir verstanden natuerlich kein wort, sahen bloss, dass dem freedom-cafe-besitzer der arsch auf grundeis ging.
ich bereute schon zutiefst, dass ich das mit dem "gestohlen" geschrieben hatte, sah mich schon wegen betrugs zehn jahre in einem indischen gefaengnis sitzen (oder wegen versuchten betrugs, was vielleicht nur fuenf jahre gegeben haette).
und was ging mich eigentlich die versicherung der franzoesin an? und ihr telefon? wieso mischte ich mich eigentlich ein? wieso hatte ich nicht einfach ihre version der geschichte aufgeschrieben? wieso hatte ich versucht, superschlau und eine versicherungsbetruegerin zu sein?
der besitzer des freedom-cafes sah aus, als gingen ihm auch verschiedene gefaengnisstrafen durch den kopf sowie die zustaende in den indischen gefaengnissen.
er fragte uns (mich) dann, ob wir das wirklich so schreiben wollten, dass das handy wahrscheinlich gestohlen wurde, und ob uns klar sein, was fuer eine anklage wir da gegen sein cafe richteten.
neinnein, versicherte ich schnell, ich wollte den rueckwaertsgang einlegen. ("koennen wir bitte neues papier bekommen?")
die wortschwaelle auf hindi gingen weiter, ich hatte ueberhaupt keine ahnung, in welche richtung sich die geschichte weiterentwickelte, aber da stand schon ein polizist mit zwei neuen blatt papier in der hand da und steckte sie wieder fein saeuberlich mit stecknadeln zusammen.
inzwischen hatten ungefaehr zehn personen an unserem kleinen tisch im hof der polizei platz genommen und ungefaehr genauso viele standen herum und hoerten interessiert zu.
ich schrieb also eine neue version der geschichte, knuellte die andere zusammen und steckte sie schnell in meinen rucksack.
wir meldeten hiermit den verlust eines handys an, zuletzt gesehen im freedom cafe am soundsovielten um soundsoviel uhr.
einer der polizisten verschwand und kam dann mit der gestempelten blaupause zurueck. wir konnten gehen.
der besitzer des freedom-cafes wandte sich im gehen an uns. ob wir in einer halben stunde in sein cafe kommen koennten? er wuerde noch einmal mit allen seinen angestellten sprechen.
inzwischen war ein noch hoeherer polizist angekommen, der uns noch einmal anhielt.
was los sei.
er wollte die stempelei wieder rueckgaengig machen, weil wir die meldung viel zu spaet abgegeben haetten.
aber die anderen polizisten, die inzwischen eine art zuneigung zu uns gefasst hatten, ueberredeten ihn, die sache jetzt auf sich beruhen zu lassen.
(am nebentisch im internetcafe sitzt uebrigens ein englaender, der gerade einem freund in england ueber skype von seinen coolen indien-erlebnissen erzaehlt.)
wir gingen dann doch direkt ins freedom-cafe, weil ich inzwischen ziemlichen hunger hatte (es war halbvier geworden).
zu unserer ueberraschung wimmelte es im cafe von polizisten. wir sahen auch den beamten mit dem roten t-shirt wieder. er kam auf die franzoesin zu und hielt ihr ein handy entgegen.
ob das ihr telefon sei?
es war ihr telefon.
obwohl die franzoesin zweimal in dem cafe war, um nach ihrem handy zu fragen, hatten die angestellten offensichtlich nicht verstanden, was sie wollte (sie konnte ja kein englisch), und alle waren jetzt angepisst, dass sie zur polizei gegangen war. jedenfalls war das ihre version.
die polizisten tranken cola und assen pommes frites, bevor sie verschwanden, ohne uns noch einmal eines blickes zu wuerdigen.
und ich ass einen falafelteller und trank auch eine coca cola.
die franzoesin, die mir nur ihren spirituellen namen gesagt hat, den ich mir nicht merken konnte, war uebrigens eine total faszinierende person.
sie war zum glueck ziemlich redselig, und ich liess mir von ihr die verruecktesten geschichten erzaehlen. zum beispiel die geschichte darueber, wie sie ihre zelle besucht hat, die aussah wie eine hostie, die auf wellen schaukelt.
oder so. ich kann auch nicht behaupten, dass ich alles genau verstanden habe.
sie war seherin und heilerin und konnte ueber erleuchtungserlebnisse en masse berichten. ich glaubte ihr alles, weil sie wirklich all das ausstrahlte, was sie sagte. und weil sie dabei witzig war.
sie wollte gern, dass ich in ihrem guesthouse wohne, wenn meine zeit im ashram rum ist, und ich liess mir das guesthouse zeigen. es war wirklich total schoen, mit einer terrasse, von der aus man ueber rishikesh und den ganges blickt. ihr zimmer ist gross und hell, das badezimmer neu gekachelt und sauber, und sie zahlt genauso viel wie ich in meinem ashram.
zwei affen fauchten uns an, auch nachdem wir ihnen eine mandarine zum fressen gegeben hatten.
wir trennten uns dann. sie war total dankbar fuer meinen einsatz, aber ich hatte eher das gefuehl, alles ziemlich durcheinander gebracht zu haben.
ich glaube, ich muss bald wieder im ganges baden, um das schlechte karma des heutigen tages loszuwerden...

Samstag, 7. März 2009

esoteriksupermarkt

als ich mussourie verliess, war es noch frueh am morgen. ich kaufte mir an einem strassenstand einen tee und ein bread omelette, das ich mit einem hund teilte, der vor mir sass und mich auf hundeart anblickte, bis ich ihm ein stueck meines bread omelettes zuwarf.
man moechte vielleicht nicht so genau sehen, wie dieses bread omelette zubereitet wird. z.b. glaube ich, dass die schuessel, in der das ei mit der zwiebel und der chilischote verruehrt wird, nicht so besonders oft abgespuelt wird und dass das tuch, an dem der koch erst seine haende und dann den metallteller fuer mein omelette abwischte, nicht so besonders oft gewaschen wird.
an dem stand arbeiteten vater und sohn. der vater hatte gerade vor irgendeinem hinduistischen goetterbild eine raeucherkerze angezuendet und sich davor gesetzt, um zu beten und danach eine glocke zu laeuten, mit der er um den stand herumging.
der junge mann sah ziemlich missmutig aus mit seinem ihm offensichtlich auferlegten schicksal, sein leben an diesem strassenstand zu fristen und hier alt zu werden.

mein ziel war also rishikesh, das ich nach vier stunden busfahrt mit einmal umsteigen erreichte, und meine erste reaktion, als ich hier ankam, war mir inzwischen schon bekannt:
"ich will hier wieder weg!!" ("ich will heim!" "ich will in mein bett!" "ich will auf mein klo!"usw.)
inzwischen weiss ich, dass ich jedem ort nur ein wenig zeit geben muss, und das abstossende ist ploetzlich nicht mehr so abstossend. dann finde ich meine stellen und erlebe auch was schoenes, jedenfalls was interessantes, denn langweilig ist es in indien nie.
rishikesh ist eine art yogametropole am ganges, eine heilige stadt, pilgerstadt fuer die hindus, und es gibt hier wirklich ashrams wie sand am meer. es ist die erste stadt, die der ganges erreicht, der im himalaya entspringt, und man kann in seinem wasser, das hier noch ziemlich sauber ist und eilig dahinfliesst, ein bad nehmen und sich von frueheren karma-schichten befreien.
ich glaube, ich habe ziemlich viele ueble karma-schichten. so ein bad im ganges wuerde mich also schon reizen.
das erste, was mir in den sinn kam, als mich die rikscha an der fussgaengerbruecke absetzte, ueber die man geht, um in den "heiligen" teil der stadt zu kommen: "esoteriksupermarkt". die strasse war gesaeumt von allen moeglichen geschaeften, die esoterikkrimskrams verkauften.
es liefen westler mit schlabbrigen kleidern und gebetsketten herum, an den strassenraendern sassen sadhus in orangefarbener kleidung, die ihre haende ausstreckten, kleine jungs versuchten, kiesel aus dem ganges zu verkaufen, die man dann wieder in den ganges hineinwirft, weil das, so nehme ich an, glueck bringt, usw.
wenn es ein klischee von indien gibt, dann glaube ich, man kann es in rishikesh bestaetigt finden.
die stadt war also erstmal ziemlich ueberwaeltigend, und es war nicht leicht, sich zu orientieren.
ich hatte die adresse von einem ashram, der ein ziemlich lockeres programm fuer yoga und meditation anbot und keine voranmeldung erforderte und trabte also in diese richtung, vorbei an unzaehligen heiligen kuehen, heilig aussehenden maennern, staubigen bettlern und bauchladenverkaeufern, die mir postkarten vom taj mahal verkaufen wollten, usw. usw.
die stadt ist uebrigens hundert prozent vegetarisch. ich frage mich nur, was mit allen kuehen geschieht, die sich hier natuerlich auch vermehren und mit den schweinen, die ich hier auch auf den strassen gesehen habe.
im ashram, der ganz am ende dieses stadtteils am ganges lag und ziemlich farbenfroh bemalt ist, hatte man nur noch zwei einzelzimmer, eines mit und eines ohne bad, wie mir ein schlecht gelaunter mann an der rezeption mitteilte. beide raeume lagen am aeussersten ende des ashrams direkt neben dem stromaggregat, das gerade auf vollen touren lief.
ich warf einen schnellen blick in beide zimmer, fand erst das mit bad ekliger, entschied mich aber dann doch dafuer. bekam ein "sauberes" laken, legte gleich mein seidenlaken drauf und begab mich auf eine kleine tour durch den ashram.
ein schwede mittleren alters, der vor der yogahalle des ashrams sass und seine armbanduhr inspizierte, die er am vormittag bei der reparatur gehabt hatte und die jetzt schon wieder nicht mehr funktionierte, sagte, dass er jedes jahr ein paar wochen hierher kommt.
ein paar wochen!! dachte ich. so schlimm kann es ja nicht sein.
er sagte, das yoga am morgen ist angenehm, gut fuer die gelenke und so.
kurz danach kam seine schwester, die gerade einen yoga-vortrag besucht hatte, und sie wollten jetzt zu irgendeiner ayurveda-behandlung.
ich ging mittag essen. im madras cafe, das auf einem riesigen ueber die strasse gespannten banner fuer sich warb, mit dem hinweis darauf, dass es von allen international travel guides empfohlen wird, ass ich ein "meals" und ging aufs klo.
um aufs klo zu kommen, musste man erst aus dem cafe raus und eine treppe hochsteigen. das ist ja soweit nichts besonderes. dann musste man einen raum durchqueren, in dem ein mann auf dem boden lag und schlief (und offensichtlich wohnte). das klo war aber besetzt von einem weiteren mann, der sich gerade duschte, was ich durch eine ritze in der tuer sehen konnte.
nachmittags ging ich zurueck zum ashram, ich wollte ja nicht so sein und mich mal an dem programm beteiligen. fuer 3:30 p.m war naemlich mantra chanting und angeleitete meditation angesagt.
also, sorry. das ist halt mal indien. man kann sich ja nicht gegen alles sperren.
vier hanseln sassen in der riesigen meditationshalle vor einer tafel, auf der vier verschiedene mantras aufgeschrieben waren.
ein orange gekleideter lehrer mit grauem bart, der auf einem kanapee vor vielen bunten figuren (gurus und goettern) sass, sagte, er wuerde jetzt die mantras zeile fuer zeile vorsingen und wir sollten dann nachsingen.
waehrend wir so vor uns hinsangen (gegen das mantra ist an sich nichts zu sagen, ich hatte das schon im shantivanam ashram gesungen), hantierte der mann andauernd mit dem drahtlosen mikrofon herum, es krachte und pfiff und kreischte, und er verschwand hinter der tafel, wo er voellig uninspiriert weitersang und mit diesem mikrofon weiter machte, und wir sangen vor der tafel auch weiter, ebenso uninspiriert.
das hielt ich ungefaehr fuenf minuten aus.
dann ging ich.
ich wollte jetzt entweder weg hier oder was ordentliches finden. das wasser funktionierte immer noch nicht. ich war ziemlich verschwitzt.
ich ging also wieder am ganges entlang und kam an einer tafel vorbei, auf der mit filzschrift fuer tattvaa yoga geworben wurde.
wer sich mit yoga auskennt, sagt jetzt vielleicht "um gottes willen"! aber ich kenne mich mit yoga ueberhaupt nicht aus. der unterricht sollte in zwanzig minuten anfangen.
ich steckte also meinen kopf in einen netten kleinen raum hinein, in dem yogamatten am boden lagen und wo drei junge japanerinnen es sich bereits gemuetlich gemacht hatten.
ich fragte sie, ob sie das schon mal gemacht haetten, und ob es gut sei.
ja, es sei gut, sagten sie, aber: HARD!
naja, dachte ich, was drei kleine japanerinnen koennen, kann ich auch. irgendwie werde ich das schon schaffen. schliesslich kann ich den yogakopfstand und den vollen lotussitz.
der lehrer kam. yogi kamal, ein gut aussehender junger mann, der eine fantastische energie verbreitete. es zeigte sich, dass die japanerinnen schon in japan diesen yogastil geuebt hatten und wussten, was der lehrer wollte, wenn er es in seinem schwer verstaendlichen englischen singsang in den raum hineinrief.
vielleicht nennt man das auch power-yoga. es war jedenfalls das anstrengendste training, das ich jemals besucht habe.
am ende sollten wir nicht nur den yogakopfstand machen, sondern die beine auch zu einem 90 grad-winkel absenken und dabei die balance weiterhalten.
das war aber bei weitem nicht die schwierigste uebung. bei anderen uebungen drehte er meinen oberkoerper, zog an meinen armen und beinen, drueckte von hinten, rief "lift your heart" und gab mir schliesslich einen gutmuetigen klaps auf den ruecken: "rest!"
ich dampfte und genierte mich wegen meinem ungewaschensein.
yogi kamal sagte, ich wuerde wahrscheinlich morgen ein wenig muskelkater haben. dann empfahl er uns, gut zu essen, gut zu schlafen und mehr wasser zu trinken.
ich taumelte auf die strasse und fuehlte mich fantastisch.
nach einer dusche und einer runde kleiderwaschen ging ich dann abendessen in einem rooftop-restaurant, wo ich einen griechen kennenlernte. auch er kommt jedes jahr fuer mehrere wochen nach rishikesh. er hatte schon von yogi kamal und seinen yogastunden gehoert, die den ruf haben, sehr anstrengend zu sein.
wir unterhielten uns ueber ouzo, retsina, fetakaese, ueber lesvos, chios und natuerlich auch ueber indien.
ich glaube, yogi kamal ist es zu verdanken, dass ich in der nach gut schlief, unter meinem moskitonetz, das ich an der waescheleine ueber dem bett aufgehaengt habe und auf dem bett, das so hart war, dass ich mir ein polster unter die huefte legen musste, wenn ich mich zur seite drehte.
als ich am morgen aufwachte, besuchte ich die yogastunde im ashram.
der selbe orangegekleidete gutmuetige aeltere mann, der gestern die mantra-stunde geleitet hatte, sass auf dem kanapee. diesmal war die halle voll und das mikrofon funktionierte.
die uebungen waren einfach und fuer ungeuebte westler geeignet. danach folgte eine viertelstunde angeleitete meditation, bei der wir "om" vor uns hin summten.
immer wieder sagte der lehrer, "make yourself comfortable", und es war nichts gegen die stunde einzuwenden, weil sie, wie der schwede schon sagte, die gelenke schoen aufwaermte.
ich habe im ashram fuer vier naechte bezahlt. heute werde ich mal sehen, was rishikesh sonst noch fuer mich bereithaelt und ob ich mir vielleicht auch vorstellen kann, laenger hierzubleiben.
liebe gruesse!