am freitag ging es also los vom bodhizendo. ich stand in der frueh mit dem normalen wecken um halbsechs auf, im gegensatz zu den anderen ging ich aber nicht hoch zur meditationshalle, sondern mit meinem rucksack und meiner stirnlampe den berg hinunter.
es war noch dunkel, aber als ich den steileren steinpfad erreichte, der die abkuerzung ins dorf ist, daemmerte es schon, und die bewohner der kleinen haeuser waren schon wach, die radios waren an, die kamine rauchte, jemand sang.
die hunde knurrten mich an, fanden mich aber ein wenig furchteinfloessend, weil ich so gross war (mit rucksack).
im dorf angelangt, kaufte ich mir erst einmal zwei tees, ass zwei scheiben brot, die ich mir mitgenommen hatte und wartete auf meinen bus.
ein junger mann mit brille sprach mich auf englisch an. er war gerade mit seiner mutter auf dem weg zu seiner abschlussfeier, ist jetzt ein MBA und moechte weiterstudieren. er erkundigte sich ausfuehrlich bei mir nach den arbeitsmoeglichkeiten und verdienstmoeglichkeiten in deutschland.
mir fiel auf, dass sein hemd zwei flecken hatte. ich fragte mich, ob er (oder seine mutter) das nicht bemerkt hatte, oder ob das vielleicht sein einziges feines hemd war.
die ersten zwei stunden busfahrt gingen in serpentinen hinab zur ebene, und langsam wurde es waermer und schliesslich heiss, so dass ich meinen schal ablegen konnte. ich traf die franzosen wieder, die uebrigens unglaublich schlecht englisch sprachen und jetzt auf dem weg nach kerala waren.
in dingidul angekommen, nahm ich eine rikscha zum bahnhof und nahm mein zweites fruehstueck an einem stand ein. dann musste ich zwei stunden auf den zug warten und dann noch mal eine, weil er naemlich verspaetung hatte.
stand am bahnsteig, kaufte mir zitronenreis, verzehrte ihn, blaetterte ein wenig in einer zeitung, die ich gekauft hatte, hatte aber kopfschmerzen und musste einsehen, dass ich bald die neue brille aufsetzen muss, weil ich einfach nicht mehr gut sehe mit der alten.
die zugfahrt war ziemlich graesslich. es war heiss, klebrig, es stank, ich hatte, wie gesagt, kopfschmerzen. sass am fenster, aber der wind, der hereinwehte, hatte saunaqualitaet. dann kamen ein paar junge maenner, die mich darueber aufklaerten, dass ich auf dem falschen platz sass.
wie, sollte nicht die nummer gelten, die ueber dem sitz auf einer metallplakette festgeschraubt ist und daneben noch einmal mit lackfarbe aufgemalt ist, sondern die verblichene filzstiftnummer, die irgendwo daneben hingekritzelt war?
meine neue "pritsche" war ein upper bed, ich kletterte also nach oben und lag direkt neben dem ventilator, der aber nur heisse luft herumwirbelte und wer weiss, was sonst noch.
ungefaehr jede stunde machte ich meine haende mit einem desinfektionstuch sauber, die ich in grossen mengen mit mir fuehre.
wenn er zug wieder einmal fuer eine endlos lange zeit hielt, dann garantiert neben irgendeiner pissrinne, von der es so furchtbar hereinstank, dass selbst die inder sich beschwerten.
wo sind alle meine wochen meditation hin? mir war langweilig.
am ende untersuchte ich mein mobiltelefon auf unterhaltungsmoeglichkeiten, die mir die zeit vertreiben koennten und fand ein idiotisches spiel, mit dem ich ungefaehr eineinhalb stunden herumbrachte.
dann kamen wir langsam in den vororten von chennai an. es war auch dunkel und kuehler geworden.
ich nahm am bahnhof eine rikscha zum hotel. obwohl ich den rikschafahrer um fuenfzig prozent herunterhandelte, bezahlte ich immer noch einen ueberpreis fuer die paar hundert meter zum hotel, aber ich hatte einfach keine lust auf stress.
er wollte mir dann noch einreden, dass die zimmer im ywca 1500 rupies kosten, und dass er mich zu einem viel besseren und billigeren hotel bringen koennte.
jaja.
es war schoen, wieder in einer gewohnten umgebung zu sein. es war kurz vor zehn, aber es gab noch essen im speisesaal, und ich ass einen teller voll, bevor ich in mein zimmer ging und duschte. dabei gingen ungefaehr zweihundert gramm staub und dreck von mir ab.
meinen ersten abend "allein" verbrachte ich damit, dass ich situps machte und auch sonstigen uebungen zur koerperlichen fitness.
Posts mit dem Label Bodhizendo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bodhizendo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 2. März 2009
Dienstag, 24. Februar 2009
urlaubsstimmung und haare
urlaubsstimmung im zendo. viele reisen ab, die mir lieb sind. neue kommen. ein paar sind ueber den tag weg. beim mittagessen ist der speisesaal nur spaerlich besetzt.
ich glaube, ich habe in diesen vier wochen zugenommen. das essen ist einfach unbeschreiblich gut. jeden mittag gibt es vier oder fuenf verschiedene gemuesegerichte, reis, salat, wie bereits beschrieben, aber in einer unendlichen vielfalt.
nach dem mittagessen ging ich mit anita ins dorf. wir tranken ein kaffee an einem der vielen kaffeestaende, doch unser kaffeemann war der zerstreuteste und vielbeschaeftigste des ganzen ortes, so dass wir auf unsere kleinen pappbecher mit nescafe lange warten mussten, obwohl wir seine einzigen kunden waren.
zwei touristen trabten vorbei. sucht ihr etwas, fragte ich. es waren franzosen. sie hatten einen reisefuehrer in der hand. ein guest-'ouse.
ein guesthouse? aber hier gibt es kein guesthouse?
ist das nicht kodaikanal?
sie waren zwoelf kilometer zu frueh aus dem bus ausgestiegen.
am vormittag half ich der bibliothekarin beim uebersetzen eines texts. was dazu fuehrte, dass neuankoemmlinge, die in die bibliothek kamen, mich fragten, was ich ihnen zum lesen empfehlen wuerde. ich hatte natuerlich gleich einen vorschlag und fuehrte sie zu einer der glasvitrinen, um das buch fuer sie herauszusuchen ("zengeist, anfaengergeist" von shunryu suzuki).
habe ich schon geschrieben, dass ich mir vorgenommen habe, mir in indien die haare nicht schneiden zu lassen? wenn ich sie vorne herunterziehe, gehen sie mir schon an die oberlippe. ich habe neue locken bekommen. die indische luft tut meinen haaren gut.
da ich jetzt fuer den japanischen garten zustaendig bin, habe ich mich gestern einmal an diesen sandgarten gemacht. kaum war ich reingelatscht, hatte ich es schon bereut. es ist fuerchterlich schwer, wieder herauszukommen, ohne fussspuren zu hinterlassen. als die arbeitszeit schon lange zuende da, war ich immer noch mit dem rechen beschaeftigt.
aber man muss ja mit allem einmal anfangen. kurz danach lief eine katze durch mein werk.
ich bin im kopf schon am abreisen. morgen ist noch ein stiller tag, und dann ist ein freier tag, an dem ich ein letztes mal nach kodaikanal laufe.
ich verspreche, dass mein blog ab freitag wieder etwas ereignisreicher wird.
ich glaube, ich habe in diesen vier wochen zugenommen. das essen ist einfach unbeschreiblich gut. jeden mittag gibt es vier oder fuenf verschiedene gemuesegerichte, reis, salat, wie bereits beschrieben, aber in einer unendlichen vielfalt.
nach dem mittagessen ging ich mit anita ins dorf. wir tranken ein kaffee an einem der vielen kaffeestaende, doch unser kaffeemann war der zerstreuteste und vielbeschaeftigste des ganzen ortes, so dass wir auf unsere kleinen pappbecher mit nescafe lange warten mussten, obwohl wir seine einzigen kunden waren.
zwei touristen trabten vorbei. sucht ihr etwas, fragte ich. es waren franzosen. sie hatten einen reisefuehrer in der hand. ein guest-'ouse.
ein guesthouse? aber hier gibt es kein guesthouse?
ist das nicht kodaikanal?
sie waren zwoelf kilometer zu frueh aus dem bus ausgestiegen.
am vormittag half ich der bibliothekarin beim uebersetzen eines texts. was dazu fuehrte, dass neuankoemmlinge, die in die bibliothek kamen, mich fragten, was ich ihnen zum lesen empfehlen wuerde. ich hatte natuerlich gleich einen vorschlag und fuehrte sie zu einer der glasvitrinen, um das buch fuer sie herauszusuchen ("zengeist, anfaengergeist" von shunryu suzuki).
habe ich schon geschrieben, dass ich mir vorgenommen habe, mir in indien die haare nicht schneiden zu lassen? wenn ich sie vorne herunterziehe, gehen sie mir schon an die oberlippe. ich habe neue locken bekommen. die indische luft tut meinen haaren gut.
da ich jetzt fuer den japanischen garten zustaendig bin, habe ich mich gestern einmal an diesen sandgarten gemacht. kaum war ich reingelatscht, hatte ich es schon bereut. es ist fuerchterlich schwer, wieder herauszukommen, ohne fussspuren zu hinterlassen. als die arbeitszeit schon lange zuende da, war ich immer noch mit dem rechen beschaeftigt.
aber man muss ja mit allem einmal anfangen. kurz danach lief eine katze durch mein werk.
ich bin im kopf schon am abreisen. morgen ist noch ein stiller tag, und dann ist ein freier tag, an dem ich ein letztes mal nach kodaikanal laufe.
ich verspreche, dass mein blog ab freitag wieder etwas ereignisreicher wird.
Labels:
Bodhizendo,
Haare,
Kaffee,
kodaikanal,
Perumalmalai
Montag, 23. Februar 2009
das zen des spiegeleis
auszuege aus meinem sesshin-tagebuch:
"Don't expect anything!"
"Everything is already here!"
"Ordinary mind, ordinary life."
in der nacht traeume ich, dass ich ein kleines auto (eigentlich ein moped) habe, bei dem ich mittreten muss.
4. tag: (die planungsphase) - ich plane alle moeglichen und unmoeglichen kunstprojekte (z.b. stromkabel, in wachs getaucht, kleine origamifiguren, die ueber porzellanteller laufen, ein vergoldeter holzstecken "shitstick", und weiteres dieser art).
"Come to your true self. You are already there!"
allein im zendo: ein augenblick vollkommener stille.
meine aufgabe (dining hall). es ist ein schoener augenblick, wenn ich am abend in dem leeren raum die tische abwische und dann alle lichter ausknipse.
ich sah heute dem hin und her der kleinen streifenhoernchen auf dem weg zu.
ich steckte eine blume in die schale vor britt-maris grabstein.
"What is the meaning of your life? What is the ultimate reality?"
traeumte, zwei alte schulfreunde wollten zum fruehschoppen gehen und beschrieben mir genau den weg zur kneipe.
traeumte, eine frau aus der gruppe sagte, sie haette sich das innere der flugzeuge nach indien golden vorgestellt. aber wenigstens habe es genug toiletten gegeben.
jemand setzte sich beim "freien zazen" auf "meinen platz".
ich will aus meiner haut heraus.
gleichzeitig: es ist hier. in diesem augenblick. nichts hinzufuegen. nichts wegnehmen.
jemand fuellt die pfefferdoeschen mit reis. ein(e) verrueckte(r)?
mache plaene fuer den tag meiner abreise, fuer meine ankunft in chennai, fuer meine zeit in delhi. unterhosen kaufen!
mystery. graciousness.
"Don't expect anything!"
"Everything is already here!"
"Ordinary mind, ordinary life."
in der nacht traeume ich, dass ich ein kleines auto (eigentlich ein moped) habe, bei dem ich mittreten muss.
4. tag: (die planungsphase) - ich plane alle moeglichen und unmoeglichen kunstprojekte (z.b. stromkabel, in wachs getaucht, kleine origamifiguren, die ueber porzellanteller laufen, ein vergoldeter holzstecken "shitstick", und weiteres dieser art).
"Come to your true self. You are already there!"
allein im zendo: ein augenblick vollkommener stille.
meine aufgabe (dining hall). es ist ein schoener augenblick, wenn ich am abend in dem leeren raum die tische abwische und dann alle lichter ausknipse.
ich sah heute dem hin und her der kleinen streifenhoernchen auf dem weg zu.
ich steckte eine blume in die schale vor britt-maris grabstein.
"What is the meaning of your life? What is the ultimate reality?"
traeumte, zwei alte schulfreunde wollten zum fruehschoppen gehen und beschrieben mir genau den weg zur kneipe.
traeumte, eine frau aus der gruppe sagte, sie haette sich das innere der flugzeuge nach indien golden vorgestellt. aber wenigstens habe es genug toiletten gegeben.
jemand setzte sich beim "freien zazen" auf "meinen platz".
ich will aus meiner haut heraus.
gleichzeitig: es ist hier. in diesem augenblick. nichts hinzufuegen. nichts wegnehmen.
jemand fuellt die pfefferdoeschen mit reis. ein(e) verrueckte(r)?
mache plaene fuer den tag meiner abreise, fuer meine ankunft in chennai, fuer meine zeit in delhi. unterhosen kaufen!
mystery. graciousness.
Labels:
Bodhizendo,
Indien,
kodaikanal,
sesshin,
Südindien,
Tamil Nadu
Sonntag, 8. Februar 2009
das paradies ist ueberall und nirgendwo
liebe freunde. das erste sesshin liegt jetzt hinter mir. es war ein minisesshin genauer gesagt, nur zwei ganze tage. aber trotzdem enthielt es alles, was zu einem sesshin gehoert. die muedigkeit, die schmerzen, die entschlossenheit, die schoenheit, die klarheit, die unklarheit, den ehrgeiz, die hingabe...
ich habe jetzt leider nicht viel zeit, weil der internet-raum gleich geschlossen wird. verspreche aber, morgen mehr zu schreiben.
inzwischen war ich auch in kodai kanal (eine wanderung durch den bergwald, kombiniert mit einer busfahrt), habe dort home made chocolate gekauft und die frau aufgesucht, bei der pia und ich bei unserem letzten indienbesuch vor zwei jahren immer gefruehstueckt haben. sie hatte einen kleinen karren am strassenrand und verkaufte tee, kaffee, bread omelette und so kleine frittierte linsenpflanzerln.
erst dachte ich, die frau ist nicht mehr da, weil der platz leer war.
dann sah ich, dass sie ein paar meter weiter eine richtige blechbude hatte. schoen, sie hatte sich also "verbessert", wie meine mutter sagen wuerde. ich ass gleich fleissig, weil ich hunger hatte, trank guten masalatee und schenkte ihr ein bild, das ich vor zwei jahren von ihr gemacht hatte.
sie wusste genau, dass ich damals im hotel yagappa um die ecke gewohnt hatte.
wir machten neue bilder, zur zufriedenheit von allen. die inder lieben es, sich fotografieren zu lassen, jedenfalls, wenn sie keine muslime sind, und stellen sich gern und manchmal zu schnell in pose.
jetzt kommt die junge indische frau, die fuer den internetraum zustaendig ist und die einen sehr suessen kleinen sohn hat und bedeutet mir, dass es zeit ist zu gehen. \ bis morgen
ich habe jetzt leider nicht viel zeit, weil der internet-raum gleich geschlossen wird. verspreche aber, morgen mehr zu schreiben.
inzwischen war ich auch in kodai kanal (eine wanderung durch den bergwald, kombiniert mit einer busfahrt), habe dort home made chocolate gekauft und die frau aufgesucht, bei der pia und ich bei unserem letzten indienbesuch vor zwei jahren immer gefruehstueckt haben. sie hatte einen kleinen karren am strassenrand und verkaufte tee, kaffee, bread omelette und so kleine frittierte linsenpflanzerln.
erst dachte ich, die frau ist nicht mehr da, weil der platz leer war.
dann sah ich, dass sie ein paar meter weiter eine richtige blechbude hatte. schoen, sie hatte sich also "verbessert", wie meine mutter sagen wuerde. ich ass gleich fleissig, weil ich hunger hatte, trank guten masalatee und schenkte ihr ein bild, das ich vor zwei jahren von ihr gemacht hatte.
sie wusste genau, dass ich damals im hotel yagappa um die ecke gewohnt hatte.
wir machten neue bilder, zur zufriedenheit von allen. die inder lieben es, sich fotografieren zu lassen, jedenfalls, wenn sie keine muslime sind, und stellen sich gern und manchmal zu schnell in pose.
jetzt kommt die junge indische frau, die fuer den internetraum zustaendig ist und die einen sehr suessen kleinen sohn hat und bedeutet mir, dass es zeit ist zu gehen. \ bis morgen
Labels:
Bodhizendo,
kodaikanal,
linsenpflanzerln,
perumal malai,
sesshin
Samstag, 31. Januar 2009
internetpause auf dem elefantenberg
sorry dass ich einfach so sang- und klanglos hier eine unverzeihlich lange pause eingelegt habe (und danke all meinen engagierten lesern!).
aber das kam so: erstmal hab ich mir wieder (auf der zugfahrt von chidambaram nach tiruchirapally) eine erkaeltung zugezogen und konnte einfach keinen fuss in ein verschwitztes internetcafe setzen.
dann sind wir nach kerala gefahren und dort sogleich in die berge entschwunden, und da bin ich zwar von meiner erkaeltung genesen, aber ein internetcafe war dort nicht in sicht (ich konnte nicht mal sms-en von dort aus).
aber wie kann ich jetzt eine zusammenfassung der letzten vierzehn tage liefern?
es ist voellig unmoeglich.
vielleicht hilft eine simple aufzaehlung
1. der shiva-tempel in chidambaram mit seinen unbegreiflichen ritualen, hunderte von brahminen mit einer schicken knotenfrisur. dort sah ich eine kuh eine plastiktuete fressen und liess mich mit einer art messingschale segnen, die man mir kurz auf den kopf stuelpte. ausserdem habe ich wieder mal heiliges wasser geschluerft.
2. eine bootsfahrt auf den backwatern von pichivaram (den namen habe ich gerade erfunden!). der bootsfahrer fing ploetzlich an, ein endlos langes improvisiertes lied ueber einen bootsmann und sein boot zu singen.
3. auf der zugfahrt von chidambaram nach tiruchirapalli fragten mich meine zwei nachbarinnen, zwei indische maedchen (elf und zwoelf jahre alt), was fuer eine seife ich benuetze, weil meine haut so weiss ist...
4. dann holte ich meine brille im st.joseph's eye hospital ab. es sind nicht die brillenglaeser, die lila sind, sondern das gestell, aber es hat bei der bestellung ein missverstaendnis gegeben, was fuer indien so typisch ist, dass ich es kaum fuer erwaehnenswert halte, und, naja, mal sehen, ob ich sie in den naechsten jahren mal aufsetzen werde.
5. wir fuhren also nach palakkad. pia und ich. wir hatten es ploetzlich so satt zu reisen. wir wollten irgendwo sein, unsere taschen auspacken, am besten weit weg vom laerm und dreck und gestank der staedte. also nahmen wir einen bus nach nelliampathy, einen winzigen ort inmitten von tee- und kaffeeplantagen in 1500 m hoehe und mieteten uns in einem guesthouse mit dem schoenen namen 'ciscilia heritage' ein, wo wir beschlossen, neun tage zu bleiben. wir waren meist die ganze zeit die einzigen gaeste im haus, betreut von einem wunderbaren wesen mit dem namen appu. nur ueber das wochenende kamen ein paar indische mittelschichtsfamilien mit ihren mittelschichtsgewohnheiten, darueber vielleicht spaeter mehr.
um dorthin zu kommen, musste man von nelliampathy einen der vielen jeeps nehmen, in denen die jungen maenner des ortes den ganzen tag lang auf kunden warten. der jeep brauchte fuer die sechs kilometer ungefaehr zwanzig minuten, was etwas ueber den zustand des weges aussagt.
aber erst als wir die zweistuendige jeepfahrt nach manpaara gemacht hatten (viewpoint, gaanz wichtig in indien), hatte ich das gefuehl, wirklich in die extreme dessen eingeweiht worden zu sein, was man landlaeufig strassen oder wege nennt.
der besitzer unseres guesthouses hatte den schoenen namen joe sunny, seine frau hiess femmi, sie waren grosse gartenphantasten, und sie ueberschlugen sich darin, uns jeden tag neue spezialitaeten der kerala-kueche aufzutischen. gestern haben sie uns einige rezepte verraten, und wir haben eine vereinbarung: wenn ich das naechste mal komme, dann bekomme ich einen privaten kochkurs.
heute haben wir ausgerechnet, dass uns diese rundum-versorgung pro tag ungefaehr 10 euro per person gekostet hat. fuer indien sind das gehobene preise. fuer uns ist das erschwinglicher luxus.
taeglich haben wir wanderungen und spaziergaenge in die umgebenden teeplantagen gemacht, haben mit den arbeitern geredet, die den tee gepflueckt haben (ungefaehr 3 woerter), und jedesmal, wenn ich an einem speziellen stein vorbei kam, habe ich eine banane fuer die affen dagelassen, die auch naechstes mal garantiert weg war.
an den abenden sind wir immer auf unseren hausberg gestiegen, ein aufstieg von ungefaehr einer halben stunde, wo man einen wunderbaren ausblick hatte, und dort haben wir uns in die abendsonne gesetzt und auf die tiere gewartet.
wir haben riesige schwarze hirsche gesehen und einen bisonochsen. wir haben kleinere zierliche rehe gesehen und drei verschiedene sorten affen (eine art silberner punk-affe von unserer fruestuecksterrasse aus), wir haben rieseneichhoernchen gesehen und viele glueckliche kuehe (worueber man in indien schon froh ist), und ausserdem haben wir viel elefantenkacke gesehen und die ganze zeit gehofft, dass uns doch irgendwann einmal so ein ruesseltier ueber den weg laeuft. was wir dann gemacht haetten, weiss ich allerdings nicht.
die tage waren unterteilt in dreimal essen, einmal tea time, der rest war wandern und lesen und viel schreiben.
es gab den regenschirmmann, den shortsmann , streifenmann und den kuhmann.
allein darueber koennte ich eine menge schreiben.
von den pflanzen habe ich jetzt gar nichts gesagt. heute morgen, kurz vor unserer abfahrt durften wir noch jede eine frische passionsfrucht ausloeffeln und die ayurvedapflanzungen des gelaendes bewundern. wir haben viele, viele fotos gemacht.
so, und morgen trennen sich unsere wege. pia faehrt nach chennai und fliegt von dort nach hause. und ich fahre nach kodaikanal, wo ich im bodhizendo angemeldet bin. ob es dort ein erreichbares internetcafe gibt, weiss ich nicht. ich hoffe aber, dass ich euch bald wieder auf dem laufenden halten kann.
jetzt ist jedenfalls erst mal stille angesagt und meditation. ich hoffe, dass ich den ganzen februar dort bleiben kann.
aber das kam so: erstmal hab ich mir wieder (auf der zugfahrt von chidambaram nach tiruchirapally) eine erkaeltung zugezogen und konnte einfach keinen fuss in ein verschwitztes internetcafe setzen.
dann sind wir nach kerala gefahren und dort sogleich in die berge entschwunden, und da bin ich zwar von meiner erkaeltung genesen, aber ein internetcafe war dort nicht in sicht (ich konnte nicht mal sms-en von dort aus).
aber wie kann ich jetzt eine zusammenfassung der letzten vierzehn tage liefern?
es ist voellig unmoeglich.
vielleicht hilft eine simple aufzaehlung
1. der shiva-tempel in chidambaram mit seinen unbegreiflichen ritualen, hunderte von brahminen mit einer schicken knotenfrisur. dort sah ich eine kuh eine plastiktuete fressen und liess mich mit einer art messingschale segnen, die man mir kurz auf den kopf stuelpte. ausserdem habe ich wieder mal heiliges wasser geschluerft.
2. eine bootsfahrt auf den backwatern von pichivaram (den namen habe ich gerade erfunden!). der bootsfahrer fing ploetzlich an, ein endlos langes improvisiertes lied ueber einen bootsmann und sein boot zu singen.
3. auf der zugfahrt von chidambaram nach tiruchirapalli fragten mich meine zwei nachbarinnen, zwei indische maedchen (elf und zwoelf jahre alt), was fuer eine seife ich benuetze, weil meine haut so weiss ist...
4. dann holte ich meine brille im st.joseph's eye hospital ab. es sind nicht die brillenglaeser, die lila sind, sondern das gestell, aber es hat bei der bestellung ein missverstaendnis gegeben, was fuer indien so typisch ist, dass ich es kaum fuer erwaehnenswert halte, und, naja, mal sehen, ob ich sie in den naechsten jahren mal aufsetzen werde.
5. wir fuhren also nach palakkad. pia und ich. wir hatten es ploetzlich so satt zu reisen. wir wollten irgendwo sein, unsere taschen auspacken, am besten weit weg vom laerm und dreck und gestank der staedte. also nahmen wir einen bus nach nelliampathy, einen winzigen ort inmitten von tee- und kaffeeplantagen in 1500 m hoehe und mieteten uns in einem guesthouse mit dem schoenen namen 'ciscilia heritage' ein, wo wir beschlossen, neun tage zu bleiben. wir waren meist die ganze zeit die einzigen gaeste im haus, betreut von einem wunderbaren wesen mit dem namen appu. nur ueber das wochenende kamen ein paar indische mittelschichtsfamilien mit ihren mittelschichtsgewohnheiten, darueber vielleicht spaeter mehr.
um dorthin zu kommen, musste man von nelliampathy einen der vielen jeeps nehmen, in denen die jungen maenner des ortes den ganzen tag lang auf kunden warten. der jeep brauchte fuer die sechs kilometer ungefaehr zwanzig minuten, was etwas ueber den zustand des weges aussagt.
aber erst als wir die zweistuendige jeepfahrt nach manpaara gemacht hatten (viewpoint, gaanz wichtig in indien), hatte ich das gefuehl, wirklich in die extreme dessen eingeweiht worden zu sein, was man landlaeufig strassen oder wege nennt.
der besitzer unseres guesthouses hatte den schoenen namen joe sunny, seine frau hiess femmi, sie waren grosse gartenphantasten, und sie ueberschlugen sich darin, uns jeden tag neue spezialitaeten der kerala-kueche aufzutischen. gestern haben sie uns einige rezepte verraten, und wir haben eine vereinbarung: wenn ich das naechste mal komme, dann bekomme ich einen privaten kochkurs.
heute haben wir ausgerechnet, dass uns diese rundum-versorgung pro tag ungefaehr 10 euro per person gekostet hat. fuer indien sind das gehobene preise. fuer uns ist das erschwinglicher luxus.
taeglich haben wir wanderungen und spaziergaenge in die umgebenden teeplantagen gemacht, haben mit den arbeitern geredet, die den tee gepflueckt haben (ungefaehr 3 woerter), und jedesmal, wenn ich an einem speziellen stein vorbei kam, habe ich eine banane fuer die affen dagelassen, die auch naechstes mal garantiert weg war.
an den abenden sind wir immer auf unseren hausberg gestiegen, ein aufstieg von ungefaehr einer halben stunde, wo man einen wunderbaren ausblick hatte, und dort haben wir uns in die abendsonne gesetzt und auf die tiere gewartet.
wir haben riesige schwarze hirsche gesehen und einen bisonochsen. wir haben kleinere zierliche rehe gesehen und drei verschiedene sorten affen (eine art silberner punk-affe von unserer fruestuecksterrasse aus), wir haben rieseneichhoernchen gesehen und viele glueckliche kuehe (worueber man in indien schon froh ist), und ausserdem haben wir viel elefantenkacke gesehen und die ganze zeit gehofft, dass uns doch irgendwann einmal so ein ruesseltier ueber den weg laeuft. was wir dann gemacht haetten, weiss ich allerdings nicht.
die tage waren unterteilt in dreimal essen, einmal tea time, der rest war wandern und lesen und viel schreiben.
es gab den regenschirmmann, den shortsmann , streifenmann und den kuhmann.
allein darueber koennte ich eine menge schreiben.
von den pflanzen habe ich jetzt gar nichts gesagt. heute morgen, kurz vor unserer abfahrt durften wir noch jede eine frische passionsfrucht ausloeffeln und die ayurvedapflanzungen des gelaendes bewundern. wir haben viele, viele fotos gemacht.
so, und morgen trennen sich unsere wege. pia faehrt nach chennai und fliegt von dort nach hause. und ich fahre nach kodaikanal, wo ich im bodhizendo angemeldet bin. ob es dort ein erreichbares internetcafe gibt, weiss ich nicht. ich hoffe aber, dass ich euch bald wieder auf dem laufenden halten kann.
jetzt ist jedenfalls erst mal stille angesagt und meditation. ich hoffe, dass ich den ganzen februar dort bleiben kann.
Labels:
Bodhizendo,
Indien,
kerala,
kodaikanal,
nelliampathy,
palakkad,
Reise
Montag, 3. November 2008
Vorbereitungen für die Reise
Letzte Woche kam das Visum an. Eigentlich könnte ich jetzt schon losfahren. Aber ich muss mich noch genau zwei Monate gedulden. Es gibt in der Zwischenzeit mehr als genug zu tun. Impfungen stehen auch an.
Meine Reisepläne: Ich fliege am 3. Januar 2009 von Kopenhagen nach Chennai und am 3. April 2009 von Delhi zurück nach Kopenhagen. Die ersten zwei Monate verbringe ich in Tamil Nadu und in Kerala. Eine Zeitlang werde ich in Saccidananda Ashram in der Nähe von Tiruchirapalli verbringen, das von Bede Griffiths gegründet wurde. In Tiruchirapalli werde ich auch Intact India besuchen, die dort u.a. eine Schule und ein Arbeitsprojekt für behinderte (mentally challenged) Kinder und Jugendliche betreiben. In Kerala möchte ich zwei Wochen herumreisen, habe aber noch keine Route festgelegt. Im Februar habe ich mich im Bodhizendo in der Nähe von Kodaikkanal angemeldet und glücklicherweise einen Platz bekommen. Für den März habe ich noch keine Pläne.
Meine Reisepläne: Ich fliege am 3. Januar 2009 von Kopenhagen nach Chennai und am 3. April 2009 von Delhi zurück nach Kopenhagen. Die ersten zwei Monate verbringe ich in Tamil Nadu und in Kerala. Eine Zeitlang werde ich in Saccidananda Ashram in der Nähe von Tiruchirapalli verbringen, das von Bede Griffiths gegründet wurde. In Tiruchirapalli werde ich auch Intact India besuchen, die dort u.a. eine Schule und ein Arbeitsprojekt für behinderte (mentally challenged) Kinder und Jugendliche betreiben. In Kerala möchte ich zwei Wochen herumreisen, habe aber noch keine Route festgelegt. Im Februar habe ich mich im Bodhizendo in der Nähe von Kodaikkanal angemeldet und glücklicherweise einen Platz bekommen. Für den März habe ich noch keine Pläne.
Labels:
Bede Griffiths,
Bodhizendo,
Chennai,
Delhi,
Intact India,
Kodaikkanal
Abonnieren
Posts (Atom)